Geschrieben 28.11.2009 - 11:00
Hallo Zusammen,
gestern hatten wir Besuch, unter anderem einen "Hobby-Feinmechaniker", der interessiert meine "Gilgen" begutachtete.
Ich zeigte ihm das Prinzip und zog auch den Schlitten heraus, um ihn von unten zu erklären. Der hat es echt mal wieder nötig!
Mein Besuch erklärte mir, dass er bei vielen Hubschrauberbasteleien in langen Jahren aus Versuch, Irrtum und intensiver Beschäftigung mit der Materie gelernt hätte, dass (viel) Öl eher schade als nütze, wenn sich Metallteile leichtgängig miteinander oder aneinander bewegen sollen.
Wenn ich Öl, auch Ballistol (das ich bisher verwendet habe) oder WD 40 - das er früher benutzte - verwende, um bereits geschmierte/geölte Teile zu "reinigen" und "nachzuölen" sei das eher kontraproduktiv und würde zu stärkerer Verschmutzung und Bremseffekten führen, weil sich Staub und Fusseln dann da um so besser dransetzten und die bremsen mehr, als das Öl schmiert.
Stattdessen empfahl er mir sehr, Nadel, Nadelbett und Schlitten (ist bei mir alles aus Metall) mit Benzin/ Waschbenzin/ Terpentinersatz/ Isopropanol o.Ä. zu reinigen, jedoch mit nichts Öligem.
Am besten sei Einlegen (Flüssigkeit in eine Schüssel geben, Schlitten/ Nadeln reinlegen) oder Ausschwemmen (vielleicht könnte ich das beim Nadelbett mit Hilfe einer Spritze aus der Apotheke).
Anschließend sollte ich ausprobieren, wie gängig alles ist. Öl sei bei glatten, intakten Oberflächen eigentlich gar nicht nötig. Aber da davon auszugehen ist, dass die Teile alle schon minimale (nicht mit bloßem Auge erkennbare) Schrammen haben, dient dann das Öl dazu, diese sozusagen auszugleichen und den Teilen bei der Reibung darüber hinweg zu helfen.
Daher solle ich extrem sparsam, möglichst nur mit dem Lappen und da, wo es sichtbar/ spürbar nötig ist, mit gutem Öl nachölen, keinesfalls mit Nähmaschinenöl und Tropfen, Schütten oder Sprühen.
Leider hab ich momentan absolut keine Zeit, diese Wellnesskur an meinen Maschinchen auszuprobieren und einen Erfahrungsbericht abzuliefern.
Was mir dazu noch eingefallen ist, ist, dass ich mal an einer total vermurksten Nadelsperrschiene einer alten Simac (Was die da in Indien wohl für Kleber verwendet haben?) fast verzweifelt wäre. Am Schluss goss ich - dem Rat meines Bruders folgend - Spiritus in die Rinne und siehe da: der Schlonz löste sich!
Spiritus könnte sich auch zum Entfernen des Öls eignen, aber da wollte mein Besuch sich nicht festlegen, das hatte er noch nicht probiert, im Gegensatz zu Benzin. Jedenfalls sollte es etwas sein, was nicht ölig und deutlich flüssiger als Wasser ist und Fett löst, also vorzugsweise flüchtige Flüssigkeiten, keinesfalls Wasser. Und wenn Wasser (ich habe auch eine Maschine mit Plastikbett), dann auf jeden Fall destilliertes, um Kalkablagerungen zu vermeiden.
Viele Grüße, von einer Hummelbrummel, die jetzt viel mehr Lust hätte, mit ihren Strickmaschinen zu spielen, als schon wieder ein Wochenende durcharbeiten zu müssen......