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Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2010

Geschrieben von das-wollschaf , 01 Juni 2010 · 1.515 Aufrufe

Nach meiner Beobachtung gibt es unterschiedliche Arten von
Strickerinnen, grob konnte ich folgende Kategorien feststellen:

- die Forscherin: erschließt sich gern neue Techniken, ist an neuen
Methoden sehr interessiert, eignet sie sich an und integriert sich gern
in ihre Strickpraxis
- die Beständige: hat ein festes Repertoire an Techniken, aus denen sie
schöpft, ist an einer Erweiterung nicht sehr interessiert.
- die Historikerin: interessiert sich für das Stricken in der
Vergangenheit, von Vintage Knits über vergangene Jahrhunderte bis hin zu
mittelalterlichen Vorläufertechniken. Rekonstruiert gern.
- die Innovative: ihr geht es darum, auch stricktechnisch die neuesten
Trends aufzunehmen und zu verarbeiten.
- die Selbstlose: strickt meist für wohltätige Zwecke und/oder andere
(Familie, Freunde, auch Auftragsarbeiten)
- die Avantgardistin: ihre Strickpraxis beginnt dort, wo andere längst
aufgehört haben: sie arbeitet mit Plastikbändern, Draht,
Kassettenbändern, ist im Freeformbereich tätig oder strickt prinzipiell
ohne Anleitung.
- die, die Faserverarbeitung wörtlich nimmt: strickt vor allem mit
Materialien, die sie, soweit es ihr möglich ist, selbst verarbeitet hat
(Schafe scheren, Wolle waschen, Kardieren, Färben, Spinnen etc.)

Kaum jemand erfüllt eine Kategorie vollständig (Schafe scheren ...) oder
gehört ausschließich einer einzigen Kategorie an. Wo würdest Du Dich
sehen? Bist Du damit zufrieden oder würdest Du Dir gerne etwas anderes
erschließen?

Herzlichen Dank an  Jinx für die heutige Frage!




Hallo,

diese Woche bin ich auch wieder dabei.
Eine schöne Frage, die aber etwas Zeit braucht um beantwortet zu werden. Ich finde aber auch, das man Strickerinnen nicht so in verschiedene Schubladen packen kann, weil ich finde in jeder ist von allem etwas drinnen, von dem einen mehr und von dem anderen weniger. Ehrlich gesagt mag ich so ein Schubladen denken nicht so gerne, nicht böse sein.;)

Trotzdem eine schöne Woche euch allen und hoffentlich bald schöneres Wetter!

LG Martina
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Bin auch wieder dabei:<br><br><a href="http://wollsturm711....llsturm</a><br>
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Lange Frage lange Antwort.

Liebe Grüße
Mneme

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Hallo, ihr Lieben!

Ja, diese Woche mache ich auch wieder mit!
hier

liebe Grüße, angi
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_Michaela_
01.06.2010 - 11:02
Hallo,

ausgesprochen interessante Frage und gut beobachtet und ausgearbeitet.
Forscherin: ja, aber was sich nicht bewährt, wird auch nicht integriert. Ich denke da zum Beispiel an quergestrickte Socken, deren Passform an den meisten Füßen so miserabel ist, dass diese sicher keinen Eingang in diejenigen Techniken finden werden, die immer wieder Anwendung finden.
Beständige. Klar. Ich habe ein festes Repertoire an bewährten Designelementen, das gehört zu meinem Stil, allerdings wird dieses Repertoire beständig erweitert.
Historikerin: Das spielt sich bei mir eher akademisch als praktisch ab. Ich lese gern darüber, aber der Drang zum Ausprobieren ist eher schwach ausgeprägt.
Innovative: Ist für mich eine Teilmenge der Forscherin. Eine Testphase wird zeigen, ob eine Innovation für den Bestand taugt. Dabei bin ich nicht der Auffassung, dass man jeden Hype mitmachen muss. In der Regel ist es dabei so, wie bei der Mode: in der darauffolgenden Saison bemerkt man schon, dass sich ein Innovationseffekt möglicherweise überholt hat oder von einem neuen Trend abgelöst wurde. Was sich von der Innovation bewährt hat, nehme ich gerne in mein Reservoire an Fertigkeiten und Techniken auf. Ich habe auch eigene Techniken, die sonst niemand oder kaum jemand nutzt.
SelbstloseJa. Stricke meist für andere (Familie, Freunde), weniger für wohltätige Zwecke. Hierzu habe ich mir bereits viele Gedanken und Notizen gemacht, die ich möglicherweise einmal in meinem Stricktagebuch veröffentliche. Über das Jahr betrachtet entsteht vielleicht ein Zehntel der gestrickten Sachen für mich. Hier erschiließen sich auch viele Möglichkeiten, neue Techniken, Designs oder Muster zu testen.
Avantgardistinavantgardistisch bin ich möglicherweise, was das Design angeht, in manchen Bereichen. Ansonsten bin ich von den Chancen, die die strenge Geometrie bietet, so fasziniert, dass ich "Freeform" als eher chaotisch empfinde. Ohne Anleitung zu stricken ist für mich Freeform genug. Was die verfremdeten Materialien anbelangt, so betrachte ich die Ergebnisse gerne, wie sie im Buch von Gschwandner "knit knit" vorgestellt werden. Aus Plastiktüten von Carrefour habe ich letztens etwas gestrickt, für das ich noch einen geeigneten öffentlichen Ort finden muss. Aber das würde ich nicht als avantgardistisch empfinden, sondern eher im Stil von "Graffiti Knitting", was nun ja auch nicht mehr ultramodern ist.
die Faserverarbeitung wörtlich nimmt. Also davon kann ich mich nun völlig ausschließen. Ich habe in jungen Jahren ein halbes Jahr in Tunesien gelebt, Schafe geschoren, Wolle gewaschen, handkardiert und mit der Handspindel versponnen. Das reicht. Gerne verarbeite ich aber beispielsweise handgesponnenes Garn von www.wollpoldi.de oder anderen, deren Garn ich mit Freuden in Gestricktes verwandle.

Mir fehlt an der Aufzählung noch: Die Maschinenstrickerin. Leider können diejenigen, die nicht mit der Maschine stricken, selten nachempfinden, was sich dabei abspielt. Allzu häufig wird dabei ein Mangel an Kreativität unterstellt oder die Möglichkeiten mit der Maschine werden unterschätzt und das Gerät als zu mechanistisch empfunden. Auch für die Maschinenstrickerinnen (Männer dürfen sich mitgemeint fühlen) kann man eine Kategorienbildung aufstellen. Vielen Dank, Jinx, für diese Anregung.

Ich bin mit den Möglichkeiten, die sich mir bieten, zufrieden. Ich bin nicht damit zufrieden, dass ich sie nicht einmal völlig ausschöpfen kann. Am liebsten würde ich mehr in den Designbereich gehen, aber dazu fehlt mir die Zeit bzw. die Disziplin.

Ciao
Michaela
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Eine interessante Frage heute! Meine Antwort auf meinem Blog
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Rudbeckia
01.06.2010 - 11:35
Hej!

Auch meine Antwort findet ihr wieder in meinem BLOG!

Grüße
Sabine
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Bin dabei im Hobbyatelier :-)
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Aran Knitting
01.06.2010 - 14:50
Hallo an alle, die hier mitlesen. Bin auch wieder mit dabei. Hier gehts lang zum Blog.

Viele Grüße
Anke
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Sockentrudchen
01.06.2010 - 15:41
Am meisten bin ich wohl beständig Eingefügtes Bild , manchmal forschend, weil es immer mal was Neues gibt, was ich ausprobiere, aber nicht immer beibehalte und teilweise „selbstlos“, wobei das Stricken an sich das Wahre ist Eingefügtes Bild
Grüße von Uta
http://sockentrudchen.wordpress.com/
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Kerstin_strickt
01.06.2010 - 19:19
Guten Abend,

wie meistens wieder mit Verspätung, aber dafür ausführlich.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Hallo,

also, dann bin ich schon nicht mehr verspätet, sondern das Wort muß erst noch erfunden werden ;) Egal, die Frage fand ich spannend, daher hier meine Antwort.

Viele Grüße, Jana
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Inzwischen gibt es neben den unzähligen englischsprachigen eine Vielfalt an deutschen Stricktagebüchern. Ich bin ein neugieriges Schaf, und darum möchte ich Euch ein mal pro Woche eine Frage stellen. Ich freue mich darauf, die Antworten darauf in Euren Stricktagebüchern zu lesen.

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