Jeden Tag schaut Frau aus dem Fenster und sieht dieses graupappige NIeselwetter. Es wird nicht hell, es braucht Koffeein zum Wachwerden, es braucht Energie, den Weg vors haus zu wagen, am liebsten bliebe man gleich im Bett. Am Sonntag hab ich DVD geguckt (Julie & Julia) und gebügelt und dann gestrickt. Am Samstag meinte ich, dass mich dieses Depriwetter noch umbringt, wenn ich mir nicht augenblicklich was Schönes, Buntes, Flauschiges gönne. Also habe ich einen Lavendelfarbenen Schal begonnen.
Das Kleid geht aber weiter voran. Nachdem ich die Rüsche fertig habe, sinds nicht mal mehr 200 Maschen auf der Nadel, also rein garnix, und es flutscht.
Der Tiefpunkt der letzten Woche kam am Donnerstag abend. Ich saß im Zug, und der Zug stand, 300 Meter vor dem Bahnhof. Wegen Weichenstörung. Das dauerte insgesamt eine Stunde, die Weiche war nicht zu bewegen, der Zug musste zurückfahren, um dann auf einem anderen Gleis den Bahnhof anzupeilen. Und ich? Hatte nix zu stricken. Nix zu lesen außer der Tageszeitung, die mir schon bis zur letzten Annonce bekannt war. Ich kruschte in meiner Handtasche und fand ein süßes Teilchen vom Vortag, platt gedrückt, in einer fettigen Tüte zwischen haarbürste und Portemonnaie. Das aß ich dann auf. Dann fing ich in meiner Verzweiflung an, mich mit meinem Smartphone zu befassen, wo aber nochnichtmal Solitär drauf war. Sappermentvadorrinochmal! Dann kam ich heim und aß eine halbe Dose Ravioli. Kalt.
Seither nehme ich immer mit:
Butterbrot
Schokoriegel
Strickzeug (Melonenschal aus Victorian Lace Today, lavendelblau)
Buch (Dibas Don't Knit)
Zeitschrift
Draußen ist es hingegen unverändert trübetümpelig. Also kaufte ich Buntes, Flauschiges. 2 Sorten Rosa von Adriafil bei Tricotin. Sünde!