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Miss Ellie



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wuchsstarkes WIP

Geschrieben von Miss Ellie , 02 März 2011 · 98 Aufrufe

Das läuft wie's Brezelbacken .... mein RVO ist schon in Ärmel und Rumpf geteilt. Jetzt habe ich das langweilige Stück glatt rechts gestrickten Rumpf in Arbeit. Mit Nadel Nr. 6 geht es wunderschnell. Lieber wäre mir allerdings trotzdem Nadel 3,5 oder 4, das ist einfach nicht so anstrengend wie diese dicken Besenstiele. Aber nun gut, es ist eine schöne teure Addi-Bambusnadel, also schon das Optimum.
Im regal liegt mein im Herbst? Oder wars Spätsommer? begonnener Mehrfarbenpullover, mit dem ich nichts Rechtes anzufangen weiß, bzw mir ist nicht klar, wie es weitergehen soll. Ich sammele noch den guten Willen, mich der sache zu stellen und Bestandsaufnahme zu machen. Wäre der Pullover einfarbig, täte ich ribbeln. Aber er ist bunt und ich habe Fäden abgeschnitten. Grrrrrrrrrrr.


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Heldin der Arbeit

Geschrieben von Miss Ellie , 28 Februar 2011 · 76 Aufrufe

Ha! der lavendelblaulila Schal ist fertig ... naja, bis auf das zu GRAFTENDE Stückchen am Rand, davor drücke ich mich noch. Mit dem Garn kam ich leider nicht aus. Bzw. mit Zusammenkratzen der letzten Einzelfäden reichte es dann FAST. Meine berechnung: zwei Knäuel für den Korpus, ein Knäuel für den Rand haute leider nicht ganz hin. Und ich habe natürlich bereits je 3 Knäuel für Folgewerke geordert. Nun beschloss ich, den Melonenschal Nr. 2 schmaler und ein wenig länger zu stricken, so, dass vom 2. Knäuel noch was übrig bleibt, dann müsste es ja reichen. - Der Schal ist VIEL größer geworden als im Buch angegeben. 51 Muster in der Länge waren genug.
Ich konnte also was Neues beginnen. Ohne Flusen. Schöne, elastische Wolle. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhh! Und dick. Zweimal gestrickt, wieder ein Knäuel verbraucht. Wächst beim Zusehen. Es wird ein RVO. Das Berechnen des Halsausschnittes allerdings war wieder ein Konstruktions- und Rechenexempel. Ob er so geworden ist wie geplant? Sagen wir es mal so: ich habe diesmal etwas anderes probiert.


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wie beschlossen, so getan

Geschrieben von Miss Ellie , 24 Februar 2011 · 85 Aufrufe

Nachdem ich neulich nächtens einen Mangel an kleinen, handlichen, anspruchslosen Strickarbeiten bemerkte, habe ich ganz schnell nachgebessert und eine Mütze begonnen. Oder sollte ich es lieber "Baske" oder "Hütchen" nennen? "Mütze" klingt ja ausgesprochen piefig und lässt einen an Kaffeewärmer denken, formlos, farblich zu nichts aus der Umgebung passend, den Eindruck verderbend selbst bei hochnoblem Meissener Porzellan (nee, sowas hatten wir zuhause nicht. Bei uns gabs Schlussverkaufswühlkorbtassen für alle Tage und Goldrandseltmannweiden für Sonntag).

Früher hasste ich Kopfbedeckungen. Ob Mützenoder Hut, Tuch oder Baske, Kappe oder wasweißich, ich fand sie grässlich. Erstens machten sie die Frisur platt, zweitens fand ich mich darin hässlich. Mittlerweile friere ich ohne Warmes-aufm-Kopp und habe die ästhetischen Ansprüche heruntergeschraubt.




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schlaflos in ....

Geschrieben von Miss Ellie , 23 Februar 2011 · 106 Aufrufe

Nachts um halb zwei, ich ersuche den jüngsten Sohn, doch freundlicherweise seinen rechner auszuschalten. Nachts um ein Uhr 40, ich kündige an, den Strom in seinem Zimmer abzudrehen. Nachts um zwei, ich gieße mir ein Glas Wasser ein. Nachts um halb drei, ich sage mir: du bist müde. es ist alles in Ordnung. du hast nichts falsch gemacht. du liebst dein leben. du freust dich auf den kommenden Arbeitstag. - Nachts um drei, ich drehe den Luxuskörper von der rechten auf die linke Seite. Nachts um halb vier, ich gehe zum Klo. Nachts um 3 Uhr 35, ich mache das Licht an und hole mir die Strickbücher zum Betrachten. Nachts um vier, ich beschließe, künftig ein leichtes Strickzeug für gestörte Nächte im nachttisch zu bunkern.
*seufz*


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nicht dass wir uns missverstehen

Geschrieben von Miss Ellie , 22 Februar 2011 · 135 Aufrufe

.... ich liebe Mohair, genau wie Astrid. Ich schaue es gern an. Ich habe davon werweißwieviel gebunkert. Ich moppere nur jedesmal herum, wenn ich was daraus stricke. Und wenns fertig ist, endet das Teil im hinteren Winkel des Schrankes. So wie der rote Riesenpullover oder die pinkrosa Jacke. Oder ich verschenke es, so wie den cyclamfarbenen Schal. Oder ich trage es selten, wo wie das orange Sylviatuch mit den zu engen Kanten. Heute morgen hätte ich FAST die pinkrosa Jacke angezogen.

Gestern abend wollte ich stricken, aber der Haushalt stellte sich wieder in meinen Weg. Wäscheberge. Herumliegendes und -stehendes. Volle Mülleimer. Schließlich wars gegen zehne, als ich endlich den lavendelfarbenen Schal in die Hand nehmen konnte. Eigentlich wollte ich ausrechnen, wie ich den RVO für meinen Ältesten angehe. War dann aber zu müde.

Manchmal kann ich verstehen, warum StrickerInnen spinnen. Es ist die Suche (oder besser: Queste) nach dem idealen Garn. Flauschig, darf aber beim Verstricken nicht haken, und über dem schicken schwarzen Kleid nicht flusen. Fluffig, aber leicht. Darf sich nicht aushängen. Muss griff haben. Muss Spannung haben, auch wenns leicht ist. Keine lappigen Säume! Muster müssen plastisch rauskommen. Maschen müssen schön definiert sein, aber bitte keine Hohlräume zwischen den Maschen, das Garn muss füllen. Farben müssen schön leuchten, dürfen aber nicht knallen. Das fertige Strickstück muss sich dem Körper gefällig anschmiegen. So, dass auch Größe 48 noch schmal und schlank aussieht. Bloß nichts Bretthartes. Waschen muss es sich, dass man gar nicht sieht, dass es je gewaschen wurde. 1-A-formerhaltend.





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Oh, sonniger Montag

Geschrieben von Miss Ellie , 21 Februar 2011 · 112 Aufrufe

Gemeinerweise strahlt wieder die Sonne vom blauen Himmel, gemeinerweise wars am Samstag wieder ein waschküchentrübes Wetter, gemeinerweise bin ich ausgeschlafen, aber schlecht gelaunt. Wäre lieber bei meinem Ältesten zuhause geblieben, um mit ihm zu plaudern, denn gestern abend waren wir beide zu müde.
Mein lavendelfarbener Schal ist bereits gut zur Hälfte mit Umrandung versehen. Ich bin bei der zweiten langen Seite. Habe mittlerweile sowohl was das Muster als auch was die Ecken angeht den Dreh raus und komme ganz flott voran.
Aber eigentlich, ganz unter uns, ist Lace-Mohair nicht mein Lieblingsgarn. Es hat was Unnatürliches, dass der faden so leicht ist, dass man ihn kaum spürt. Und das gehake der Mohairfäden nervt ab und zu. Nein, mein Lieblingsgarn ist Wolle, glatt, Nadelstärke 3,5 - sowas wie Trekking 6-fädig oder Polo oder Ecco.


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RDB-Fan

Geschrieben von Miss Ellie , 16 Februar 2011 · 121 Aufrufe

Ich bin Rolf-Dieter-Brinkmann-Fan, seit vielen Jahren. Der friedliche Mittwoch ist eins meiner Lieblingsgedichte, ebenso wie die Trauer auf dem Wäschedraht im Januar und das Zeitungspapier, das über eine Kreuzung weht. - Was das Szenario der Mittagessensgerüche im Treppenhaus und der weggeworfenen Prospekte betrifft, hört sich das tagesaktuell an, dabei ist der Text vierzig jahre alt. Am liebsten war mir die Formulierung mit den seltsamen Erzählungen von einem gewöhnlichen Leben ohne Schrecken. Die Stimmung erscheint mir romantisch auf die Weise, wie alte Schwarzweiß-Wildwestfilme romantisch sind, kein Glamour, viel Staub und Schweiß, trotzdem eine gewisse Leichtigkeit und Freiheit. Eigentlich tun ja Cowboys nichts Besonderes, sie scheuchen Kühe hin und her. Sie kampieren unterwegs im Zelt oder im Freien und haben keine Einbauküche. Ein unbequemes Leben, von dem Leute mit Stechuhr und Einbauküche wie ich aber mitunter romantische Vorstellungen haben. Wie auch immer. Die Gelegenheiten, da ich mittags mit meiner Familie am Tisch sitze und esse, sind unter der Woche recht selten. Vielleicht hänge ich deswegen immer noch an dem Text.
Wenns die zeit erlaubt, stricke ich heute abend eine Maschenprobe.


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oh, friedlicher Mittwoch

Geschrieben von Miss Ellie , 16 Februar 2011 · 2.005 Aufrufe

Rolf-Dieter Brinkmann: Oh, friedlicher Mittag

mitten in der Stadt, mit den verschiedenen
Mittagessengerüchen im Treppenhaus. Die Fahrräder
stehen im Hausflur, abgeschlossen, neben
dem Kinderwagen, kein Laut ist zu hören.

Die Prospekte sind aus den Briefkästen
genommen und weggeworfen worden. Die Briefkästen
sind leer. Sogar das Fernsehen hat die türkische
Familie abgestellt, deren Küchenfenster

zum Lichtschacht hin aufgeht. Ich höre
Porzellan, Teller und Bestcke, dahinter
liegen Gärten, klar und kühl, in einem blassen
Frühlingslicht. Es sind überall die seltsamen

Erzählungen von einem gewöhnlichen Leben ohne
Schrecken am Mittwoch, genau wie heute. Der Tag
ist, regenhell, verwehte Laute: oh, friedlicher
Mittwoch mit Zwiebeln, auf dem Tisch,

mit Tomaten und Salat.
Die Vorhaben und Schindereien sind zerfallen, und man denkt, wie friedlich
der Mittwoch ist

Wolken über dem Dach, blau, und
Stille in den Zimmern, friedlich und still und
genauso offen wie Poree, wie Petersilie grün ist
und die Erbsen heiß sind.


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wieder auf Arbeit, aber bräsig

Geschrieben von Miss Ellie , 14 Februar 2011 · 119 Aufrufe

In der letzten Woche hatte ich dann die Erkältung/grippaler Infekt in der dritten Auflage. Und die dritte AU in diesem Jahr. Mein zweiter Vorname ist Krankenschein. Immer, wenn ich mal meinte, jetzt wäre alles wieder auf Normal, hatte ich mir die nächste Kalamität eingefangen. Etliche Stimmen meinen, dass die Klimmaanlage im neuen gebäude damit zu tun haben muss, denn der Krankenstand ist auffällíg. Also ich huste noch ein wenig. Aber ich hoffe, die Woche am Stück durchzustehen.
Mein lila Schal ist soweit, dass ich den Rand begonnen habe. Ich merkte, dass das Arbeit macht. Weitere Schals, die ich in diesem Jahr zu stricken plane (sind ja ideale Geschenke, muss man ja sagen), werden rechts und links sachliche, schlichte Krausrechtsränder haben und nur an den beiden Schmalseiten was Aufwändigeres. Außerdem ist das bestellte Merinogarn für meinen Ältesten gekommen, aus dem ich einen schlichten glatt rechts gestrickten Pullover machen will. Zwar ist das Garn nicht ganz meine Wohlfühlstärke (5,5 - 6), aber doch immerhin glatt, unflusig und elastisch, eine schöne Abwechslung nach der Baumwolle und dem Lace-Mohair.


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Miss Ellie allein auf dem Posten

Geschrieben von Miss Ellie , 03 Februar 2011 · 205 Aufrufe

Hier im Büro sieht es so aus:
Chefe: im Skiurlaub
Büro gegenüber: beide krank / Grippaler Infekt
mein Büronachbar: krank/ Magendarm
mein zweiter Büronachbar: heute Home Office bzw abwesend und erst abends erreichbar
Büro um die Ecke: Kollege in Urlaub, Kollegin krank

Kann man sich also leicht ausrechnen, wer hier die Fahne trägt und das Bruttosozialprodukt mehrt. Und den Umsatz von Buchhandel sowie Garnhandel steigert. Um Schlag Fünfe werde ich mich auf den Heimweg machen, mit Bus und Bahn und durch die glitzernden Verlockungen der Bahnhofsladenzeile, wo ich einen blauen Schal mit Silberfäden gesehen habe, mit dem ich sehr, aber schon sehr, liebäugele. Wer war das noch, der gesagt hat, jeder Idiot könne eine Krise überwinden, aber der Alltag bräche den meisten das Genick? Tschechow? Der war Landarzt in Russland aufm Dorf, vor Fernsehen und Internet, mit Glück brachte die Post zweimal die Woche eine Papierzeitung; wenn Herr Tschechow vor die Tür seiner Ordination trat, um sich eine Zigarre zu rauchen, konnte er die Lehmstraße herauf und herunter gucken und sah einen schiefen Pferdekarren mit Rüben irgendwo stehen, ein paar streunende Hunde hin- und her laufen, einen Burschen mit Grashalm im Mund auf einem Stein vor dem Rübenkarren sitzen, halb schlafend, aber bereit, die Rüben mit Leib und Leben zu verteidigen, und auf einer Bank vor dem Häuschen gegenüber vielleicht noch zwei Frauen damit beschäftigt, Bohnen zu putzen. So ähnlich habe ich es mal irgendwo beschrieben gelesen. Tschechow rauchte seine Zigarre und dachte daran, auf die Straße zu rennen und laut "FEUER!!!!" zu brüllen, damit endlich mal Leben hineinkommt in all die graugedehnte Langeweile. - Siehste wohl, und deswegen kauft unsereine dann Glitzerschals und Zeitschriften, weil einen der Alltag sonst umbringt. Naja, nicht unmittelbar physisch, nur den aktiven teil des Verstandes und der Phantasie tötet er zuverlässig nach und nach.
Hat eigentlich einer eine Ahnung, in welcher Reihenfolge die Yarn Harlot-Bücher erschienen sind?






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