Miss Ellie
Der bitterschokoladenbraune Zopfpullover ist natürlich längst fertig und wird vom besten Ehemann von allen getragen.
Bei Zitrons gab es eine von mir zuvor noch nie bemerkte Farbe der Qualität "Mistral", davon hatte ich beim letzten Besuch Garn für einen Pullover gekauft. Die Farbe ist nicht richtig rot, nicht wirklich rost, andererseits auch nicht rosa, man könnte sie vielleicht als terracotta bezeichnen, Terracotta nennen wir alles, das nicht ihm nicht und nicht ihr nicht ist, wie der Dortmunder gern sagt. In meinem früheren Haus lagen terracottafarbene marmorierte Fußbodenfliesen, von mir ausgesucht. Mein Bruder kommentierte das mit "Ah, eine fleischwurst-gemusterte Fliese!" - Im Haus meines Bruders liegen in einigen Räumen dunkelbraune Fliesen, und ich hätte ohne groß nachzudenken auch ein unschmeichelhaftes Vergleichsmedium für die Farbe Braun gefunden, habs aber gelassen. - Gut denn, der Gansey ist, sagen wir mal, fleischwurst-geflinkert = Tweed. Es geht voran damit, obwohl ich in den letzten Tagen meistens entweder unterwegs war oder bergeweise Zeugs gewaschen habe (denn drei Mannsleute haben T-Shirts in der Größe Zweimannzelt, das füllt die Waschmaschine schneller als ich "Arbeitsüberlastung" buchstabieren kann; und wäscht man das Zeug nicht gleich, sondern sagt sich: mir doch wurst! müffelt es erst das Bad, dann den rest der Wohnung zu, Männerschweiß riecht eben spätestens nach einem tag durchdringend). Am Montag habe ich gestrickt und nebenher Töpfe gespült und Spülmaschine ausgeräumt und dazu "Mad Men 3" geguckt, ohne Synchronisation. Ich hatte keine Geduld, auf die synchronisierte Fassung zu warten. Am Dienstag habe ich den Korpus fertig gestrickt und die Schulternähte zusammengefügt und konnte anprobieren, ja, passt. Heute abend beginne ich den ersten Ärmel.
.... meiner Tirade zum Thema "undankbare Strickbeschenkte" war die gute dunkelgraue Kaschmir-Wollmütze, die ich für meinen Ältesten gestrickt hatte. Er hat sie in meiner Abwesenheit (er besitzt einen Wohnungsschlüssel) eingesteckt. Als ich ihn dann traf, war er mützenlos, bedankt hat er sich auch nicht .... ich dachte mir: rechts und links abwatschen, rechts und links!
Habe mich dann aber lieber verbal ausgetobt.
Warum ich ungern Mützen stricke kann ich nicht wirklich erklären. Ich trage sie, habe aber keine Lust, mir welche zu stricken und laufe mit schammeligen billigen HM-Kappen herum, während zuhause das Luxusgarn in Schränken modert. Mützen haben keine Sockenfersen, also darauf kann ich mich nicht rausreden. Maschenzahlen ausrechnen muss man dafür genauso wie für Pullover und alles andere. Für unterwegs wäre eine Mütze zu stricken sicher sinnvoller als die Norojacke mitsamt 200Gramm Garn, die inzwischen total unhandlich geworden ist. Ich hasse nur die Vorstellung, dass ich mir mit viel Mühe ein Mützchen stricke und dann beim Aufsetzen feststelle, dass ich darin wieder einen Kopf habe wie Mia Mittelkötter aus dem Sauerland, während ich mir doch eher vorgestellt hatte, den Models aus der Armani-Couture-Show zu gleichen. Naja, gut, sagen wir mal, den Müttern der Armani-Couture-Models. Bei einem schammeligen fusselnden HM-Kaffeewärmer muss ich nicht erwarten, dass das Ergebnis dolle ausfällt, solche setzt man auf, nickt sich im Spiegel zu, sagt: arm, aber sauber! und: jedenfalls die Ohren warm! und geht seiner Wege.
Momentan denke ich aber darüber nach, royalblaues Garn zu kaufen und eine Mütze zu stricken, passend zu dem Pullover und dem Schal, die ich mir geuft habe. Schuld daran ist meine Kollegin. Wann immer ich morgens zu müd zum über-Garderobe-nachdenken war und in der grauschwarzen Default-Kluft erscheine, sagt sie: was siehst du wieder trist aus! Zieh doch mal was Buntes an! Hast du denn gar nichts im Schrank! Wer soll das denn sehen, so einen schwarzen Fleck in der Optik!
Nicht, dass ich ihr nicht entgegenkäme. Gekauft habe ich jede Menge bunte oder sagen wir, farbige Sachen (ich habs nicht mit Mustern, wegen Mia Mittelkötter und ihren gemusterten Kittelschürzen, an die ich das erinnert). Ich kaufte pinkfarbene, grasgrüne, orangene, gelbe, rote Pullover, Schals, Röcke. Zuletzt eben den leuchtendblauen Pulli mit leuchtendblauem Schal. Damit nicht iwieder das Montagmorgen-AchNEEEEEEEE-Syndrom zuschlägt, habe ich mir alle Sachen tags zuvor rausgelegt, zu den leuchtendblauen Klamotten dunkellila Nagellack aufgemalt und gelbe Smilies in die Ohrläppchen gesteckt.
Und nu, watt isss? Die Frau hat Urlaub. Ohne mich zu fragen. Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Warum ich ungern Mützen stricke kann ich nicht wirklich erklären. Ich trage sie, habe aber keine Lust, mir welche zu stricken und laufe mit schammeligen billigen HM-Kappen herum, während zuhause das Luxusgarn in Schränken modert. Mützen haben keine Sockenfersen, also darauf kann ich mich nicht rausreden. Maschenzahlen ausrechnen muss man dafür genauso wie für Pullover und alles andere. Für unterwegs wäre eine Mütze zu stricken sicher sinnvoller als die Norojacke mitsamt 200Gramm Garn, die inzwischen total unhandlich geworden ist. Ich hasse nur die Vorstellung, dass ich mir mit viel Mühe ein Mützchen stricke und dann beim Aufsetzen feststelle, dass ich darin wieder einen Kopf habe wie Mia Mittelkötter aus dem Sauerland, während ich mir doch eher vorgestellt hatte, den Models aus der Armani-Couture-Show zu gleichen. Naja, gut, sagen wir mal, den Müttern der Armani-Couture-Models. Bei einem schammeligen fusselnden HM-Kaffeewärmer muss ich nicht erwarten, dass das Ergebnis dolle ausfällt, solche setzt man auf, nickt sich im Spiegel zu, sagt: arm, aber sauber! und: jedenfalls die Ohren warm! und geht seiner Wege.
Momentan denke ich aber darüber nach, royalblaues Garn zu kaufen und eine Mütze zu stricken, passend zu dem Pullover und dem Schal, die ich mir geuft habe. Schuld daran ist meine Kollegin. Wann immer ich morgens zu müd zum über-Garderobe-nachdenken war und in der grauschwarzen Default-Kluft erscheine, sagt sie: was siehst du wieder trist aus! Zieh doch mal was Buntes an! Hast du denn gar nichts im Schrank! Wer soll das denn sehen, so einen schwarzen Fleck in der Optik!
Nicht, dass ich ihr nicht entgegenkäme. Gekauft habe ich jede Menge bunte oder sagen wir, farbige Sachen (ich habs nicht mit Mustern, wegen Mia Mittelkötter und ihren gemusterten Kittelschürzen, an die ich das erinnert). Ich kaufte pinkfarbene, grasgrüne, orangene, gelbe, rote Pullover, Schals, Röcke. Zuletzt eben den leuchtendblauen Pulli mit leuchtendblauem Schal. Damit nicht iwieder das Montagmorgen-AchNEEEEEEEE-Syndrom zuschlägt, habe ich mir alle Sachen tags zuvor rausgelegt, zu den leuchtendblauen Klamotten dunkellila Nagellack aufgemalt und gelbe Smilies in die Ohrläppchen gesteckt.
Und nu, watt isss? Die Frau hat Urlaub. Ohne mich zu fragen. Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
... für verschenkte Strickwerke:
Liebe/r (Gabriel Müller-Lüdenscheid/ Sohn / Tochter/ bester Ehemann von allen),
was Du nun in Händen hältst, hat eine hochkompetente, ungemein erfahrene Person in vielen Arbeitsstunden für dich und nur dich angefertigt. Wer rechnen kann, der weiß, dass >100 meiner Arbeitsstunden den Gegenwert mindestens einer guten Stereoanlage darstellen. Allen anderen sage ich es.
Es wäre daher nicht übertrieben, sondern nur knapp angemessen, wenn du vor mir auf die Knie fallen, die Spitzen meiner Schuhe küssen, dich dreimal verneigen und mit Tränen in den Augen deinen Dank für diese Göttergabe aussprechen würdest. Die Gestaltung der Dankesformel überlasse ich dir. Sie sollte aber mit "oh meine allergeliebteste und innigst verehrte ...." beginnen.
Es wäre eine gute Idee, als kleines zeichen deiner Anerkennung (für den Rest des Jahres die Einkäufe zu übernehmen/ mich zum Essen ins GRAND PLAZA CASINO einzuladen/ ...). Sei dir aber bewusst, dass du die Mühe, Energie, Gewissenhaftigkeit, Fürsorge, Phantasie, Selbstüberwindung, die dieses Strickwerk repräsentiert damit niemals aufwiegen kannst.
Solltest du erwägen, dieses mit Liebe angefertigte Werk meiner Hände wortlos wegzustecken, sei dir bewusst, dass du damit einem geschenkten Porsche die Tür eintrittst, gewissermaßen. Leute, die so handeln, gehören geteert, gefedert und nachts um eins nackt am Rande einer Müllhalde ausgesetzt.
in großer Zuneigung,
deine (Mutter, Ehefrau, Tochter, Schwester, Freundin ....)
Liebe/r (Gabriel Müller-Lüdenscheid/ Sohn / Tochter/ bester Ehemann von allen),
was Du nun in Händen hältst, hat eine hochkompetente, ungemein erfahrene Person in vielen Arbeitsstunden für dich und nur dich angefertigt. Wer rechnen kann, der weiß, dass >100 meiner Arbeitsstunden den Gegenwert mindestens einer guten Stereoanlage darstellen. Allen anderen sage ich es.
Es wäre daher nicht übertrieben, sondern nur knapp angemessen, wenn du vor mir auf die Knie fallen, die Spitzen meiner Schuhe küssen, dich dreimal verneigen und mit Tränen in den Augen deinen Dank für diese Göttergabe aussprechen würdest. Die Gestaltung der Dankesformel überlasse ich dir. Sie sollte aber mit "oh meine allergeliebteste und innigst verehrte ...." beginnen.
Es wäre eine gute Idee, als kleines zeichen deiner Anerkennung (für den Rest des Jahres die Einkäufe zu übernehmen/ mich zum Essen ins GRAND PLAZA CASINO einzuladen/ ...). Sei dir aber bewusst, dass du die Mühe, Energie, Gewissenhaftigkeit, Fürsorge, Phantasie, Selbstüberwindung, die dieses Strickwerk repräsentiert damit niemals aufwiegen kannst.
Solltest du erwägen, dieses mit Liebe angefertigte Werk meiner Hände wortlos wegzustecken, sei dir bewusst, dass du damit einem geschenkten Porsche die Tür eintrittst, gewissermaßen. Leute, die so handeln, gehören geteert, gefedert und nachts um eins nackt am Rande einer Müllhalde ausgesetzt.
in großer Zuneigung,
deine (Mutter, Ehefrau, Tochter, Schwester, Freundin ....)
... dass bei Eintreten der Kälte überall die schwarzen, grauen, dunkelblauen Männermützen ausverkauft sind. Also habe ich am Wochenende eine langweilige dunkelgraue Herrenmütze gestrickt. Ich hatte mal vor geraumer Zeit einer Kollegin eine Kone Kaschmir-Wolle abgekauft, etwa 200 gramm, meinte sie. Ziemlich dickes Garn, und ein recht fester Faden. Ich habe das Garn mit Nadelstärke vier verstrickt, damit das Gewebe dicht wird. Fühlt sich gut an. Es reicht auch noch für eine zweite Mütze, die soll dann ohne umklappbaren Rand sein. Also nichts mit glatt-cum-Rand, ich werde das durchgängeige zweirechts-zweilinks-Muster auf dreirechts-zweilinks variieren. Wagemut! Risiko! Wernn das mal nicht zu tuckig ist. Irgendwann schreibe ich mal ein Buch mit dem Titel ÖDE! Männerstrick zum Einschlafen. - Immer nur dunkeldunkelnochdunkleralsdunkel, immer nur glattrechts mit Bündchen, glattrechts ohne Bündchen, und selbst dann wiegt noch bedenkenschwer, dass die so entstandenen Werke eben doch keine Baumwollsweatshirts sind. Wenn ich meinen Söhnen ein Strickmuster zeige, das eine schmale grüne Kante am dunkelgrauen Korpus hat, schmeißen sie sich vor Lachen weg - die Unterschiede zwischen einem rosa Flittertülltütü und einem dunkelgrauen Cardigan mit GRÜNER!!!!!!!!! Kante sind anscheinend für das ignorante, komplett geschmacks- und modeblinde Männerpack nicht zu bemerken.
... aber ich scheine über Weihnachten doch wesentlich mehr zugenommen zu haben als die üblichen drei Kilo. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich morgens fast außerstande bin, meinen Hintern aus dem Bett zu heben? Ich einige mich dann mit mir über eine Strategie zur Tagesbewältigung (wenn ohne Verzug Bahnhof erreicht wird, ist Zeitschriftenerwerb gestattet/ in schweren Fällen erst ein Kaffee im Bett/ Hauptsache durch den Tag kommen, Ergebnisse werden nicht gefordert/ im Zug darf neues Strickwerk begonnen werden/ wenn Firma erreicht wird, ist ein großer Kakao gestattet/ etc etc) und über die Tagesbekleidung (arm, aber sauber/ Hauptsache warm für den Weg/ heute was Rotes!/Jeans gegen die Kälte/hohe Absätze für besseren Überblick/etc etc etc).
Wie auch immer. Gestern gabs eine neue Verena, wie ich sehr wohl wusste, denn als bekennender Zeitschriftenjunkie habe ich die Erscheinungsdaten aller relevanten Publikationen im Kopf . Also unterwegs die Verena studiert. Begeistert war ich nicht, will sagen, es war kein Teil dabei, das ich gern stricken würde. Es war keine Information dabei, über die ich noch nicht verfügte. Einzig die Bilder, auf denen die verstrickten Garne zu sehen sind, lohnten wenigstens in etwa die Anschaffung und waren die Information, auf die ich hoffte - Garne muss man verstrickt sehen, nur vom Knäuel her sieht man nicht, wie sie wirken.
Heute morgen dann war ich etwas zu früh am Bahnhof, stöberte in der internationalen Presse und merkte, dass es eine neue Designer Knitting gibt, von der mir nichts bekannt war. Schockschwerenot! Das gibts doch gar nicht. Dieses Heft gefiel mir gut. Zwar war auch hier kein "*kreisch* Das MUSS ich haben!!!!!!!!! - Modell" dabei, aber wenigstens etliche aus der "wirklich ganz nett"-Gemengelage. Ich mag den Überzieher aus roter Diverso, auch manches andere, die Artikel habe ich überflogen und freue mich aufs genaue Lesen. Es gibt einige Anleitungen für Röcke, die meisten davon OHNE die hässlichen Seitennähte. - Hatte heute morgen eine leichte Debatte mit meiner Garderobe, i.e. mit dem an sich schönen und warmen Rock aus schwarzem Strukturstrick, weil er dicke Seitennähte hat und daher mit Weihnachtsdepots sehr unvorteilhaft wirkt. (Der Rock ist gekauft, nicht selbstgestrickt - zu schwarzem Strukturstrick kann ich mich nicht überwinden)
Tja, so isses. Eins spricht ja für Zeitschriften als Trösterchen, sie sind kalorienfrei.
Wie auch immer. Gestern gabs eine neue Verena, wie ich sehr wohl wusste, denn als bekennender Zeitschriftenjunkie habe ich die Erscheinungsdaten aller relevanten Publikationen im Kopf . Also unterwegs die Verena studiert. Begeistert war ich nicht, will sagen, es war kein Teil dabei, das ich gern stricken würde. Es war keine Information dabei, über die ich noch nicht verfügte. Einzig die Bilder, auf denen die verstrickten Garne zu sehen sind, lohnten wenigstens in etwa die Anschaffung und waren die Information, auf die ich hoffte - Garne muss man verstrickt sehen, nur vom Knäuel her sieht man nicht, wie sie wirken.
Heute morgen dann war ich etwas zu früh am Bahnhof, stöberte in der internationalen Presse und merkte, dass es eine neue Designer Knitting gibt, von der mir nichts bekannt war. Schockschwerenot! Das gibts doch gar nicht. Dieses Heft gefiel mir gut. Zwar war auch hier kein "*kreisch* Das MUSS ich haben!!!!!!!!! - Modell" dabei, aber wenigstens etliche aus der "wirklich ganz nett"-Gemengelage. Ich mag den Überzieher aus roter Diverso, auch manches andere, die Artikel habe ich überflogen und freue mich aufs genaue Lesen. Es gibt einige Anleitungen für Röcke, die meisten davon OHNE die hässlichen Seitennähte. - Hatte heute morgen eine leichte Debatte mit meiner Garderobe, i.e. mit dem an sich schönen und warmen Rock aus schwarzem Strukturstrick, weil er dicke Seitennähte hat und daher mit Weihnachtsdepots sehr unvorteilhaft wirkt. (Der Rock ist gekauft, nicht selbstgestrickt - zu schwarzem Strukturstrick kann ich mich nicht überwinden)
Tja, so isses. Eins spricht ja für Zeitschriften als Trösterchen, sie sind kalorienfrei.
... und schon reicht die Zeit nicht mehr zum Stricken, die paar Reihen am Norogestrickten mal nicht mitgerechnet. Das Norogestrickte ist meine Unterwegshandarbeit. Derzeit ist das zweite Knäuel der insgesamt vier Kureyon-Sockenwolle-Knäuel, die ich bei Mandor's in Glasgow gekauft habe, angebrochen. Eigentlich schon zu viel für ein Unterwegsgestrick. Im grunde müsste ich den Korpus daheime fertigstricken, damit ich für unterwegs die Ärmel in Angriff nehmen kann. Oder den Schal, der dann vorn an die Kante genäht wird.
Meine Augen waren abends nach acht Uhr zu müde für die bitterschokoladebraunen Fäden, das liegt an der Bildschirmarbeit. Also habe ich wenigstens ein paar Reihen an meinem Februarpullover gestrickt.
Meine Augen waren abends nach acht Uhr zu müde für die bitterschokoladebraunen Fäden, das liegt an der Bildschirmarbeit. Also habe ich wenigstens ein paar Reihen an meinem Februarpullover gestrickt.
In der vorletzten Woche hatte ich eine Virusinfektion, zu merken an Kopfschmerzen, Benommenheit, Kratzen im Hals, Husten. Die Ärztin sagte: das ist eine Virusinfektion, da kann man nichts machen außer ausruhen. - Das tat ich dann auch, blieb daheime und war krank. Schickte die Söhne zum Einkaufen, raffte mich den dritten Tag auf und kochte, konnte allmählich wieder stricken. Gestattete mir zur Genesung - Kranke müssen ja gepäppelt werden - lauter sonst verbotene Dinge ....
- jeden Tag Kuchen essen, womöglich schon auf dem Weg vom Bäckerladen nach Hause
- am hellerlichten Tag auf dem Sofa liegen und heile-Welt-DVDs gucken (Erich Kästner "Drei Männer im Schnee", Til Schweigers "Keinohrhasen" etc)
- zum Wäscheberg sagen: du gibts jetzt mal Ruhe bis morgen, dich gucke ich heute nicht mehr an
- um zehn vor sieben die Aktuelle Stunde gucken (da bin ich sonst noch gar nicht daheime, und wenn doch, dann habe ich zackzackzack noch mal eben die Wäsche zu sortieren undsoweiter undsoweiter)
- aus dem Fenster schauen und es draußen zwar schön finden, aber doch nicht so schön, dass man die Nase aus der Tür stecken möchte
- ungeschminkt in daddeliger Buchse herumlaufen
- im Bett Kaffee trinken und das Duschen erstmal auf später verschieben
- werktags abends Rotwein trinken und dabei einen Toast auf den Chef ausbringen, den man heute barmherzigerweise nicht hat sehen, hören, sprechen, lesen müssen. Skol!
- den Rechner ausgeschaltet lassen
Die Creativa in Dortmund findet auch in diesem Jahr statt, und zwar vom 14. bis 18. März. Aber große Lust hinzugehen habe ich nicht. Erfahrungsgemäß gibts nur ein paar wenige Stände mit Wolle und sonstigen für Strickerinnen interessanten Dingen. Die große Mehrzahl der Stände und Angebote sind einfach erschröcklicher Schmock und Monsterkitsch. Was immer an Staubfängern gerade in Mode ist. Wenn sich irgendwelche Floristen haben einfallen lassen, kubikmetergroße Gestecke aus Stroh anzufertigen, finden sich kubikmetergroße Gestecke aus Stroh. Undsoweiter. Will sagen, das meiste interessiert mich nicht die Bohne. Oben auf der Empore sitzen Strickerinnen, die anderen beibringen, wie man schöne Bilder aus verkürzten Reihen fertigt, wozu ich bisher höflich nickte und "vielleich ein anderes Mal" sagte, Euphemismus für "ÄÄRRRRRRRRRRRRRRRRGGGGGGGSSSSSSSS".
In Wirklichkeit will ich da natürlich nur deswegen nicht hin, weil ich nix anzuziehen habe, mit dem ich angeben könnte. Naja gut, ich könnte in einem meiner Hochzeitskleider durch die Hallen stratzen, käme mir dabei aber extrem deppert vor.
In Wirklichkeit will ich da natürlich nur deswegen nicht hin, weil ich nix anzuziehen habe, mit dem ich angeben könnte. Naja gut, ich könnte in einem meiner Hochzeitskleider durch die Hallen stratzen, käme mir dabei aber extrem deppert vor.
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Strickwerke 2020
- Januar : Nicht viel geschafft
- Februar: in Arbeit ist das Kinderkleid Größe 104 und ein Schal aus Ponderosa mit Pascuali Alpaka Lace, außerdem Socken
- März 2020: Pullover "No Respite" endlich fertig und gewaschen
- April 2020: Neuen Pullover "Paulette Winter" begonnen aus Dromedary von Juniper Moon Farm. Pullover in modularer Strickweise, beginnt mit den Schulterstücken.

