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Miss Ellie



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Hamburg

Geschrieben von Miss Ellie , 06 November 2012 · 230 Aufrufe

Es war unser erster Hochzeitstag, außerdem ein wochenendnaher Feiertag, da lag es nahe, zwei Tage freizunehmen und wegzufahren. Der beste Ehemann von allen wollte eh schon lange den König der Löwen anschauen, was wir dann taten. Wir bummelten durch die Straßen und aßen abends, als hätten wir 25 km durchs Hochgebirge zurückgelegt.
Ich strickte am Korpus der Tochterjacke, verbrauchte etwa 47,3 Gramm und schaffte neues Garn an, um die Lücke zu füllen. Von den vier Knäuelchen bei Mylys will ich mal nicht reden, die zählen nicht, die laufen unter "Aufbau der Shetland-Farbpalette". Von dem Knäuelchen Farbverlaufs-Rico-Namehabichvergessen bei Rödel auch nicht. Aber ich meinte, auf dem heimweg noch bei der hamburger Wollfabrik vorbeifahren zu müssen. Es regnete. Die HWF liegt Jottwedee wo keiner vorbeikommt, der dort nicht gezielt hinfährt. Es waren viele, viele Leute, vorwiegend Frauen, dort unterwegs. Unglaublich. Ich lachte und sagte zum besten Ehemann von allen:
"Mannmannmann, was die für riesen Tüten da rausschleppen!"
Er lachte noch lauter und sagte: "Und genauso siehst Du auch aus, wenn Du dort raus kommst!"
"Jajajajaja," sagte ich und dachte: Son Quatsch.

Am Ende stand der BEVA breit grinsend mit einem Korb voller schwerer Konen und zwei Paketen mit Sonderangebotknäueln in der langen Kassenschlange.

Ich habe pfauenblaues Garn mit Glitzer in Knäueln gekauft. Für einen PUllover plus Mütze. Musste sein. Und Lilablaues Lacemohair. Eine Kone davon. nein, das reicht nicht nur für einen Schal, das reicht für einen Teppich durch die ganze Wohnung, alle Treppen hoch bis zum Dach.
Chenille in blassorange. Eine große Kone davon. Eine absolut hirnrissige Anschaffung, denn erstens kriege ich die nie verbraucht schon der Menge halber, zweitens verstrickt sie sich ganz furchtbar, mit Löchern, ist null elastisch und lappig und mutmaßlich 312 Prozent Polyester mit 33 Prozent zusätzlichem Polyacryl plus 11 Prozent extra Weichmachen. Ich kann nichts dafür. Ich drehe durch, wenn ich eine Farbe sehe, die ich schön finde. Ich erwäge wahrhaftig, sie zu verhäkeln. Das füllt und braucht mehr Garn.

Das waren die Highlights. Dann gibts noch eine Kone braungraues Viskose, passend für eine Sommerjacke - naja: zwei lange Sommermäntel und ein Kleid, aber egal.
Drei Konen Kaschmir-Wolle-nochwas in Schwarz. Gut für Strickmaschinen. Aber ich? Sehe ich mich abends bei Lampenlicht dieses Garn verarbeiten? Nicht in hundert kalten Wintern.

Ach mensch. Warum bloß. Gibts da Therapien dagegen?
Jedenfalls strickte ich gestern abend Probelappen. Eins hat die riesenkonenbevorratung ja für sich: man kann Probelappen stricken, bis der Arzt kommt, und es reicht immer noch für den doppelten Zopfmusterpullover für Rainer Calmund.




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Altmodisches Strickzeug im Zug

Geschrieben von Miss Ellie , 30 Oktober 2012 · 161 Aufrufe

Momentan stricke ich unterwegs die Ärmel (bin beim zweiten) für den Tochtercardigan. Da das Garn auf Kone gewickelt war, die ich nicht mit mir herumschleppen mochte, habe ich jeweils ein überschaubares Knäuel abgewickelt. Also stricke ich dünnes, graues, ziemlich kratziges Garn von einem Garnknäuel, wie man sie vor ewigen Zeiten sah. Nix flashy Farbe, nix Novelty-Garnmix, alles wie aus den 60ern. Bis auf die Bambusnadeln heißt das.
Vorgestern hatte ich wieder einen Bewunderer neben mir sitzen, der wissen wollte, ob das eine Socke wird und ob sowas schwierig ist. Mir fallen auf Anhieb mindestens vier Gelegenheiten ein, bei denen mich Männer nach meinem Strickzeug gefragt haben. Einmal setzten sich welche rechts und links neben mich und starrten so intensiv auf meinen Lace-Schal, dass mir ganz unbehaglich wurde. Meine Mutter meinte dazu: ja, fleißige Frauen sind eben beliebt. - Wird wohl so sein.
Gestern kaufte ich am Bahnhof die neue Knitter. Mit einer Jacke von Kaffe Fassett darin, aus Rowan felted Tweed. Ich kenne das Garn und schaute nach. Es sind ca. 15 Farben. Bei näherem Hinsehen stellte ich fest: ich habe sie alle. Das war, bevor ich den Stashing-Mode von Rowan auf Jamieson gelenkt habe.
Dem Nächsten, der sich strickzeugbewundernd neben mich setzt, sage ich: passen Sie bloß auf, dass Ihre Frau das nicht anfängt, das wird nämlich teuer. -


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Macht ganz viel Spaß

Geschrieben von Miss Ellie , 29 Oktober 2012 · 204 Aufrufe

Nachdem ich drei Jahre lang in demselben Spiralblock Projekte berechnet und dokumentiert habe, ist er nun endlich voll, und ich habe gleich zwei neue gekauft, einen davon nur fürs Aufzeichnen von Fair-Isle-Mustern. Die Musterprobe für Jamieson&Smith Jumper Weight habe ich ja nun, und nicht nur das: ich habe eine Musterprobe für einfarbiges Glattgestrick, gewaschen, und eine Musterprobe für gemustertes Gestrick, auch diese demnächst gewaschen. Ich habe eine Mütze gestrickt und weiß nun, welches die richtige Größe für mich wäre. Im Gegensatz zu meiner allereinzigen Lieblingstochter, die lange dicke lockige Haare hat (nicht von mir geerbt - das war der Anteil ihres Vaters), muss ich nur ein paar minimale Flusen unterbringen und mag am liebsten kleine eng anliegende Mützen.
Also habe ich Mützenmuster ausgerechnet und gezeichnet. Bevor ich einen großen vielfarbigen Pullover angehe, stricke ich erst eine Mütze als Probe für die Muster und Farbkombi.
Ansonsten habe ich den ersten Ärmel des Tochtercardigans bis zur Achsel fertig, den zweiten begonnen. Beschloss, im November nach dem Tochtercardigan mit den Weihnachtsgeschenken zu beginnen. Ein Paar Socken und ein grauer Hoodie. Easypeasy. Nix Muster, nix kompliziert. Flotter Schnellstrick. Übrigens stamme ich aus einer Generation, die Wolle über Stärke 4 noch als SCHNELLSTRICKWOLLE kennenlernte.
Mützen gehen ja wirklich flott von der Hand. Das hat was süchtigmachendes an sich. In meinen regalen warten Reste über Reste aus Pullovergestricken, für die ich reichlich Material eingekauft hatte. Was das betrifft, könnte ich für jeden meiner selbstgestrickten Pullover eine passende Käppi stricken. Hmtja.


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OKtober 2012

Geschrieben von Miss Ellie , 24 Oktober 2012 · 150 Aufrufe

... und hier kommt das Update der fertigen und in Arbeit befindlichen Werke:

Januar: Bitterschokoladebrauner Männerpullover
Februar: terracottafarbener Zitron-Mistral-Pullover
März: Eulenpullover aus Adriafil Pois
April: Oxo-Pullover aus Rowan felted Tweed
April: Wanderzopfpullover nach Designer Knitting 2010 aus Schoppel "Gebrannte Mandel" und Schoppel "Mohair Merino"
Mai: Tristan-Farnon-Pullunder aus Schachenmayr Merino
Juni: Schwarz-hellgrauer Cardigan aus 2 Fäden Baumwollgarn
Juli: 2 Babycardis und eine Babymütze
August: Norocardigan, gemischtfarbener Hitch Hiker
September: Rot-blauer Pullunder aus Rowan Felted Tweed DK
Oktober: 2-Kinds-OXO-Pullover aus 1 Faden Schoppel Zauberball "Schokoladenseite" plus 1 Faden weißes Lacemohair, für die Muster: 1 Faden Schoppel Zauberball "Wurzelsepp" plus 1 Faden schwarzes Lace Merino
Oktober: Neep heid Mütze nach einer Anleitung von kate Davies (fast fertig), Cardigan passend zur Mütze, beides aus Jumper Weight von Jamieson&Smith

Im weiteren angedachte:

mein wunderschöner Fair Isle Pullover aus Shetlandwolle
Rundpassenpullover mit knallroter Borte (hmtja, vielleicht)
WSAP aus kürbisfarbener Schachenmayr Extra Merino (in diesem jahr nur, wenn ich des Musterstrickens überdrüssig werde und mich einfarbig auszopfen muss)
Isager-Sommertop aus gelben Merinowolleresten (nicht mehr wirklich in diesem Jahr
Weihnachtsgeschenke ? Eingefügtes Bild



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Fast feddich!

Geschrieben von Miss Ellie , 23 Oktober 2012 · 175 Aufrufe

Die Neep Heid Mütze ist im Rohbau fertig. Sie sieht ganz hübsch aus, allerdings ist sie recht groß geworden - aber meine Tochter wollte ja eine größere Mütze. Also muss ich noch einen Saum dranstricken, damit ich Gummiband durchziehen kann. Und das Ganze waschen und spannen (über einen großen Teller).
Mit der angegebenen Menge bin ich nicht ganz ausgekomen. Grau, Dunkelgrün, Moosgrün, Lila, von jedem ein Knäuel war angegeben. Mir ging in Musterreihe 42 das graue Garn aus. Kein Drama, ich hatte ja eine Kone graues Garn gekauft. Leider ist das deutlich dunkler. Der Kontrast zwischen dem Grau und dem Moosgrün ist kaum zu erkennen. Ich habe eine einfarbig graue Probe gestrickt und gewaschen, danach sah es etwas heller aus, aber nicht ganz der Ton vom Einzelknäuel. Seufz.
Nun stricke ich den ersten Ärmel vom Cardigan. Einfarbig. Dann den zweiten Ärmel, dann den Korpus, bis endlich alle Teile zusammenkommen zu einer vierfarbigen Rundpasse.
Ehrlich: einfarbig ist SOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO langweilig.


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Canossa

Geschrieben von Miss Ellie , 18 Oktober 2012 · 285 Aufrufe

In Shetland habe ich einen Fair-Isle-Workshop besucht. Das gestaltete sich so, dass etwa 20 Teilnehmerinnen in den Räumen von Jamieson&Smith an einem langen Tisch saßen und jeweils eins von zwei Mustern wählen konnten: ein Schal längs gestrickt auf langen Nadeln, ein Schal quer gestrickt, ebenfalls auf langen Nadeln. Die Muster stammten von Hazel Tindall, die den Workshop veranstaltete. Wir bekamen jeweils zwei Knäuel Garn, naturweißes und mittelbraunes. Um Fair Isle Stricken zu üben braucht es nur zwei Farben - aber an dem Punkt setzte bereits allgemeines Gemaule ein - natürlich hatte sich jede ein richtig schön vielfarbig buntes Gestrick vorgestellt.
Also tönte es rechts und links „These are not exactly my colours“ „can I swap the brown for another colour“ „I’m going to buy some more colours, wait a minute“.

Ich entschied mich für den längs gestrickten Schal. Gestrickt werden sollte er auf zwei flach aufeinander liegenden Nadeln mit einer dritten Nadel. Nadeln wurden ebenfalls verteilt: 30cm lange DPN’s aka Strumpfstricknadeln von Prym in Nadelstärke vier. Bitte? So dicke Nadeln für so dünnes Garn? Ich sagte, dass ich locker stricke und dass die Nadeln zu dick seien und bekam zur Antwort: nein, das seien schon die richtigen Nadeln.

Ich glaubte das nicht. War aber gut ausgerüstet und zog mein Nadelspiel in Stärke 3,25 aus der Stricktasche. Schlug an und mühte mich. Hat schon mal jemand auf zwei flach aufeinanderliegenden Nadeln mit einer dritten Nadel gestrickt? Ich fand es extrem unpraktisch. Die beiden Lagen des Gestricks klebten aufeinander und ließen sich nicht bewegen, es brauchte Kraft, den Faden durchzuziehen – ich erwog, die Maschen auf drei Nadeln aufzuteilen, verwarf den Gedanken aber sofort wieder, weil die Musterrepeats dann unübersichtlich wurden. Diesen Workshop hatte ich mit dem allereinzigen Ziel gebucht, mir eine bessere Art der Nadelhaltung beim zweifarbigen Stricken zeigen zu lassen. Eine Art, die bewirkt, dass das Zweifarbige nur so von den Nadeln flutscht. Ohne dass mir die Finger steif werden und die Fäden sich verheddern. Ich fragte Hazel, wie man die Nadeln am besten hält, ich hätte sagen hören, mit einem Faden in jeder Hand ginge das ganz leicht, ich könne es aber nicht. Hazel meinte, dann sollte ich es mit zwei Fäden auf dem linken Zeigefinger versuchen. Sie zeigte mir, wie sie das macht, und ich versuchte es, aber die beiden Fäden auf dem Zeigefinger rutschten bei mir ständig zusammen und beim Stricken erwischte ich sie dann beide.

Während ich strickte und schwitzte saßen neben mir und um mich herum lauter nette Frauen, mit denen ich das eine oder andere Wort redete, was ja auch viel kurzweiliger und angenehmer war als sturheil auf die Finger, die Nadeln, das Muster zu gucken. Es gab Kaffee, Leute wuselten herum, Hazel packte einen tollen gestrickten Fair-Isle-Pullover nach dem anderen aus und diese machten die Runde und stapelten sich schließlich an unserem Tischende, bis ich bei viel AAAAAHHHH und OOOOOOHHH merkte, dass der Pulloverhaufen meinen Restkaffee über meine Stricktasche geschubst hatte. Die Pullover waren unglaublich perfekt gestrickt, farben- und musterreich, man konnte sie nur bewundern. Sicherlich war das Zeigen als Ansporn gedacht, Motto: nicht verzagen, am Ende schaffst du es auch, so einen Wunderpullover zu stricken, nur immer fleißig eine Masche nach der anderen und frischen Mut bewahren ….

Bei mir ging der Schuss aber voll in die andere Richtung los. Ich kämpfte mit der etwa 5ten 56-Maschen-Reihe, und das nach zwei Stunden angestrengten Werkelns. Beim näheren Hinschauen hatte ich just festgestellt, dass ich lauter auffällige Fehler gemacht hatte und am besten das Ganze noch mal aufmachen sollte – ein Gedanke, der mir ziemlich zuwider war. Wenn man nach stundenlanger Mühe daran gescheitert ist, die Radmutter eines Käfers festzuziehen, dann tröstet es einen nicht, dass andere schon sieben Porsche, drei Ferraris und vier Dutzend Rolls Royce gebaut haben, ohne dass ihnen dabei die Frisur verrutscht. Eher im Gegenteil.

Die Stunde rinnt, der Tag vergeht, wie schnell ist nichts getan …. Ich gestand mir ein, dass aus diesem Schalgestrick an diesem Nachmittag nichts gescheites mehr werden würde, also legte ich es beiseite und beschloss, mit der Mütze für meine Tochter anzufangen. In der Anleitung stand, Maschen mit I-Cord-Anschlag aufnehmen. Eine der Mitstrickerinnen zeigte mir, wie ich einen I-Cord-Anschlag mache. Ich kriegte es hin. Aber es dauerte. Und dauerte.

Am Ende des insgesamt 4-stündigen Workshops hatte ich die Hälfte der Maschen angeschlagen. Natürlich, ist ja klar, kann man bei einem einfarbigen Maschenanschlag nicht das mehrfarbige Stricken üben. In drei weiteren Stündchen wäre ich sicher soweit gewesen, das mehrfarbige Bündchen in Angriff zu nehmen. Leider war der Nachmittag aber lange vorher zu Ende.

Hazel las ein Gedicht vor. Es handelte vom Stricken eines Fair Isle Pullovers. Ein witziges Gedicht. Im Shetland-Dialekt. Viele lachten. Ich verstand so gut wie nichts. Vor diesem Workshop hatte ich angenommen, ich könnte ganz gut Englisch. Ich hatte auch gedacht, dass ich ganz gut stricken könne. Wurde aber in beiden Dingen eines Besseren belehrt. So unbeholfen und dumm habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ich habe an diesem Nachmittag gelernt:

- Wie ich einen Icord-Anschlag machen kann

- dass mir Flachstricken von Schals nicht liegt

- dass mir zweifarbig stricken mit zwei Fäden auf dem linken Zeigefinger nicht gelingt

- dass Nadelstärke 3,25 für Jamieson&Smith Jumper Weight zu eng ist

- dass man Kaffeebecher von Workshoptischen besser fern hält

- dass Schwatzen die Konzentration nicht verbessert



Mittlerweile ist das alles Geschichte. Ich stricke an der Mütze, zweifarbig, wobei ich die zweite Farbe meistens mit Daumen und Zeigefinger hervorhole. Ich benutze die langen Strumpfstricknadeln in Stärke 4 und komme damit gut zurecht. Das Gestrick wird nicht zu locker, sondern gerade richtig. Ich habe eine Grundannahme getroffen, nämlich: Zweifarbig stricken ist für Ungeübte eine Plackerei. Dagegen hilft auch nichts außer Übung. Erstmal zwei, drei Pullover stricken, dann sehen wir weiter.




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Shetland Wool Week 2012

Geschrieben von Miss Ellie , 15 Oktober 2012 · 391 Aufrufe

Nun ist sie vorüber, die Shetland Wool Week 2012, und wir waren dabei. Ich hatte fast vergessen, wie schön es in Shetland ist. Jawohl, ich bin dort schon gewesen, in den 70er jahren, per Anhalter mit Rucksack unterwegs durch England, Wales, Irland, Schottland und ziemlich zum Schluss eben auf den Shetland-Inseln. Das Boot von Aberdeen nach Lerwick hat uns damals natürlich nicht gratis mitgenommen, das mussten wir bezahlen, in der Schlichtvariante. Zum Schlafen (die Überfahrt dauert 13 Stunden) haben wir uns damals einfach mit dem Schlafsack auf die Schiffsplanken gelegt. In Lerwick und danach in Uiyeasound (Unst) haben wir in Jugendherbergen gewohnt. Zu essen gabs Brote und das, was man in den Läden kaufen konnte, abends mal ne Büchse von was immer zu bekommen war - Ravioli standen wohl hoch im Kurs. In den herbergen walteten jeweils ein knurriger Warden, der tagsüber alle herausscheuchte, auch wenns Hunde und Katzen regnete.
Das war diesmal natürlich erheblich anders. Luxuriös. Außenkabinen auf dem Schiff für jeweils zwei von uns. Mit Coffee Maker! In Lerwick eine Ferienwohnung mit Traumblick auf den Hafen und Bressay. Wir hatten eine Heizung, eine Küche, ein Bad, geräumige Schlafzimmer und das besagte Wohnzimmer mit Platz und Aussicht. Morgens und abends sahen wir die Personenfähren hereinkommen und herausfahren. Zu allen anderen Zeiten die Bressayfähre, die Trawler, Polizeiboote, Frachtschiffe .... morgens um sieben im Nachthemd mit Kaffeetasse in der Hand die Schiffe begucken, das hat schon was. Keiner hat uns rausgescheucht, wir hätten eine Woche lang ununterbrochen stricken können, haben aber natürlich viele Events besucht, so die Strick- und Spinnvorführung im Shetland Museum and Archives, die Besichtigung von Jamieson of Shetland, das Heritage Center in Haroldswick auf Unst, das Mareel neben dem Museum, die Luminous Yarns im Böd of gremista, den Fair isle-Kurs und das Ravelrymeeting bei Jamieson&Smith. Und wir hätten noch viel mehr besuchen können.
Garn haben wir eine Menge gekauft. "Spindrift" von Jamieson of Shetland und "Jumper Weight" von Jamieson&Smith. Mindestens 1,5 Kg. Meine Tochter möchte eine Mütze nach einer Anleitung von Kate Davies haben, "Neep Heid". Dazu einen Cardigan. Also habe ich eine Kone graues Garn und genügend Lila, Grün und Oliv gekauft. Für mich Garn in Braun, Rostrot, Lila, Beige und Rosa für einen allover gemusterten Pullover. Die Mütze habe ich begonnen. Das Garn ist recht kratzig, nach dem Waschen wird es weicher. Erstaunlicherweise kann ich gut mit den 30-cm-DPN's arbeiten, und die Maschen werden trotz Nadelstärke vier nicht zu groß.
Fotos habe ich eine Menge gemacht, muss aber alle noch downloaden und bearbeiten.
Fertig geworden ist auch was, der Pullover, den ich zuvor begonnen hatte.


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Countdown läuft / StrickerInnen auf Tour

Geschrieben von Miss Ellie , 04 Oktober 2012 · 215 Aufrufe

Allmählich werde ich nervös. Werde ich nicht verschlafen? Werde ich den Flieger nach Kopenhagen erreichen? Wird es mit dem Anschlussflug nach Aberdeen klappen? Werden die Koffer zuverlässig in Aberdeen eingetroffen sein und nicht etwa in Kopenhagen oder sonstwo herumstehen? Werden wir die Bushaltestelle finden? Werden wir Aberdeen heil und ganz erreichen? Werden wir den Weg vom Zentrum zum Fährhafen finden? Wird es mit der Kabine klappen und auch mit den sonstigen Papieren? Wird das meer auch nicht zu unruhig? Behalten wir das Abendessen bei uns?
Wenn das alles gut geht, dann sind wir ab Sonntag hier:

http://www.shetlandwoolweek.com/

In Lerwick hinterlegt der liebenswerte Vermieter die Schlüssel für die Wohnung, und bei gutem Wetter genießen wir dort den Blick zum Hafen:

http://visit.shetlan...rbour-penthouse

Auch hier sieht man viele schöne Bilder von dem, was uns erwartet:

http://visit.shetland.org/

Am Samstagmorgen bzw Freitagnacht geht's los. Das meiste ist gepackt und gewogen, heute abend noch die Reste. Was auf der Rückreise im gepäck liegt, erfährt jeder, der nach "Jamieson&Smith" oder Jamieson's of Shetland" googelt. Die Farbkarte der letzteren habe ich mir vorab bestellt, damit ich nicht überwältigt werde.

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und hier isser!

Geschrieben von Miss Ellie , 01 Oktober 2012 · 217 Aufrufe

... der bunte Pullunder Eingefügtes Bild

und da wir schon dabei sind: vom Hitch Hiker hat's auch noch ein Foto.

Angehängte Grafiken

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Neuer Monat, neues Lebensjahr

Geschrieben von Miss Ellie , 01 Oktober 2012 · 179 Aufrufe

... und hier kommt das Update der fertigen und in Arbeit befindlichen Werke:

Januar: Bitterschokoladebrauner Männerpullover
Februar: terracottafarbener Zitron-Mistral-Pullover
März: Eulenpullover aus Adriafil Pois
April: Oxo-Pullover aus Rowan felted Tweed
April: Wanderzopfpullover nach Designer Knitting 2010 aus Schoppel "Gebrannte Mandel" und Schoppel "Mohair Merino"
Mai: Tristan-Farnon-Pullunder aus Schachenmayr Merino
Juni: Schwarz-hellgrauer Cardigan aus 2 Fäden Baumwollgarn
Juli: 2 Babycardis und eine Babymütze
August: Norocardigan, gemischtfarbener Hitch Hiker
September: Rot-blauer Pullunder aus Rowan Felted Tweed DK
Oktober (in Arbeit): 2-Kinds-OXO-Pullover aus 1 Faden Schoppel Zauberball "Schokoladenseite" plus 1 Faden weißes Lacemohair (Grammatikschlaumeier, ich weiß, dass es heißen müsste "plus 1 Faden weißen Lacemohairs", aber es hört sich so total geschraubt an), als Muster: 1 Faden Schoppel Zauberball "Wurzelsepp" plus 1 Faden schwarzes Lace Merino

Im weiteren angedachte:

mein wunderschöner Fair Isle Pullover aus Shetlandwolle
Rundpassenpullover mit knallroter Borte (hmtja, vielleicht)
WSAP aus kürbisfarbener Schachenmayr Extra Merino (in diesem jahr nur, wenn ich des Musterstrickens überdrüssig werde und mich einfarbig auszopfen muss)
Isager-Sommertop aus gelben Merinowolleresten (nicht mehr wirklich in diesem Jahr
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