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Strickteile werden nach dem ersten Waschen zu groß


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15 replies to this topic

#1 Kojak

Kojak

    Gerade reingestolpert

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Posted 30.10.2013 - 21:38

HIIIIIIIIIIILFEE !!!!! Eingefügtes Bild

Vor etwa einem Jahr habe ich mir ein Jacke mit Zopfmuster gestrickt (Schachenmayer Universa, angegeben Nadelstärke 3 - 4, benutze Nadel 3,5). Erstaunlicherweise hat sie nach dem zusammennähen sehr gut gepasst.
Dann kam das erste waschen. Ich habe extra ein Woll-Waschmittel genommen (Blink Wolle und Feines Waschbalsam; angeblich auch zur Pflege von Kaschmir, Seide,Spitze, Daunen und Lammfell).
Jetzt war die Jacke gefühlte 3 Kilometer zu groß. Gottseidank hat mir die Wollfachverkäuferin meines Vertrauens geholfen und an den Ärmeln und dem Hals gezaubert, damit ich die Jacke wenigstens anziehen kann;
die wirklich sehr hilfsbereite Dame hat mir geraten, beim nächsten Mal mit einer noch kleineren Nadel zu stricken.

Nach einigen anderen Projekten (u.a. einem Schal, bei dem ich beim waschen das gleiche Waschmittel verwendet habe und bei dem nichts passiert ist), habe ich mich an ein Kleid gewagt.
Ein wesentlich einfacheres Modell (großes Perlmuster mit einem Streifen Rippenmuster) als die Jacke, nur Vorder und Rückenteil. Hier habe ich "katia Merino 100%" verwendet (empfohlene Nadelstärke 4-4,5; benutze Nadel 3,5).
Als ich dann das Rückenteil vor dem zusammennähen in Wasser getaucht habe (mit gaaaanz wenig von dem Waschmittel), ist es jetzt wieder viel zu groß geworden.

Eigentlich sollte doch die Wolle das vertragen , da man sie ja auch in die Waschmaschine und in den Trockner stecken können soll.

Soll ich noch kleinere Nadeln verwenden? Eingefügtes Bild

#2 frieda

frieda

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Posted 30.10.2013 - 23:16

Soll ich noch kleinere Nadeln verwenden?


Du sollst vor allen Dingen Deine Maschenprobe waschen, bevor Du sie auszählst, um solche umliebsamen Überraschungen zu vermeiden.

Merino wird übrigens immer größer, wenn es nass ist. Es zieht sich aber auch wieder beim Trocknen zusammen. Wie weit, das muss man dann eben durch Waschen der Maschenprobe bestimmen, bevor man loslegt.

Grüßlis,

frieda

#3 aponette

aponette

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Posted 31.10.2013 - 14:06

Hallo,

Erstmal wie Frieda schon sagte: Maschenproben und selbige waschen - schützt vor so manchen unliebsamen Überraschungen. Abgesehen davon weitet sich Merino immer ziemlich beim Waschen, und zieht sich nur sehr wenig wieder zusammen. Die einzige, bei der mir das bisher nicht so passiert ist, war ein Garn von Zitron, während ein Merino von Wolle R**** sehr leierte.
Ich bezweifle, daß noch kleinere Nadel da wesentlich helfen.du müsstest entsprechend kleiner stricken, damit es hinterher paßt.

Gruß aponette

#4 Kojak

Kojak

    Gerade reingestolpert

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Posted 02.11.2013 - 13:40

Vielen herzlichen Dank für die Antworten.

Leider werde ich wohl nicht drum rum kommen, das ganze nochmal aufzutrennen und von vorne anzufangen Eingefügtes Bild...... mit einer 3er Nadel (und vielleicht 2 oder 4 Maschen weniger).

Wenn das alles nichts nützt, dann kann ich immer noch Putzlappen aus dem ganzen machen.

#5 Kerstin_strickt

Kerstin_strickt

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Posted 02.11.2013 - 18:14

Leider werde ich wohl nicht drum rum kommen, das ganze nochmal aufzutrennen und von vorne anzufangen ...... mit einer 3er Nadel (und vielleicht 2 oder 4 Maschen weniger).

Du machst eine neue Maschenprobe mit dünnerer Nadel und wäschst sie. Dann erst ausmessen und ermitteln, wie viele Maschen Du tatsächlich benötigst.
Auf gut Glück raten, wie viele Maschen wohl passend wären, ist jedenfalls keine gute Idee, es sei denn, Du willst Deinen Pullover noch ein paar Mal neu stricken. :-)

Merinowolle kann übrigens, wie fast jede Wolle, mit geeignetem Waschmittel im Wollwaschgang in der Waschmaschine gewaschen werden. Dort wird sie am Ende bei Maximalgeschwindigkeit geschleudert, denn tropfnasses Gestrick verzieht sich viel stärker als möglichst trocken geschleudertes und braucht außerdem ein Vielfaches an Zeit, um zu trocknen.
Eine solche Maschinenwäsche mit gründlichem Schleudern ist wesentlich schonender fürs Gestrick als Handwäsche und das Herumeiern mit klatschnassen Stricksachen.

Zahlreiche Grüße
Kerstin

#6 Miss Ellie

Miss Ellie

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Posted 13.11.2013 - 12:52

Hallo, bei meinen Merinopullovern habe ich früher einige Male erlebt, dass sie länger wurden. Gewaschen habe ich meine handgestrickten Sachen stets im Wollwaschgang in der Maschine, denn die kann besser temperieren als ich. Hat sich bewährt. Natürlich habe ich die Stricksachen nicht nass oder feucht aufgehängt, sondern im Liegen getrocknet. Längen taten sie trotzdem recht gern. Es gibt ja Leute, die sprechen deswegen von "Leiermerino".
Als ich dann ein aufwändiges RVO- Kleid gestrickt habe, habe ich es nach 3/4 Fertigstellung unten abgekettet und erstmal gewaschen. Danach konnte ich besser kalkulieren, wie viele Reihen noch fehlten. Und es hat geklappt. Maschenproben (gewaschen, ja gebiss doch) müssen unbedingt sein, und zwar sind sie notwendig und ich lasse sie nie weg, Ehrenwort!, aber sie liefern meistens doch Näherungswerte, und die Näherungsungenauigkeiten summieren sich. Von oben stricken und vor dem Bündchenstricken erstmal waschen, um danach eventuell etwas wegzuribbeln geht ganz gut.
Was mir auch schon passiert ist: die Ärmel waren zu lang, so geschehen bei einem Pullover für den besten Ehemann von allen. Unglücklicherweise waren das keine von oben nach unten gestrickten Ärmel. Ich musste die untere Kante fixieren (Nähmaschine), unterhalb einen Faden herausziehen, das Überzählige abtrennen und ein neues Bündchen dranstricken. Immer noch besser, als dass er den Pullover nicht mehr angezogen hätte.
Und beim letzten Kleid habe ich von vornherein damit gerechnet, dass es 5 - 10 cm längen würde. Also habe ich über dem Knie aufgehört. Und dieses allereinzige wundervolle Mal ging die rechnung auf.
Tataaaaa!
Es gibt sie also doch, die kleinen Wunder.
LG, Miss Ellie

Leider werde ich wohl nicht drum rum kommen, das ganze nochmal aufzutrennen und von vorne anzufangen ...... mit einer 3er Nadel (und vielleicht 2 oder 4 Maschen weniger).

Du machst eine neue Maschenprobe mit dünnerer Nadel und wäschst sie. Dann erst ausmessen und ermitteln, wie viele Maschen Du tatsächlich benötigst.
Auf gut Glück raten, wie viele Maschen wohl passend wären, ist jedenfalls keine gute Idee, es sei denn, Du willst Deinen Pullover noch ein paar Mal neu stricken. Eingefügtes Bild

Merinowolle kann übrigens, wie fast jede Wolle, mit geeignetem Waschmittel im Wollwaschgang in der Waschmaschine gewaschen werden. Dort wird sie am Ende bei Maximalgeschwindigkeit geschleudert, denn tropfnasses Gestrick verzieht sich viel stärker als möglichst trocken geschleudertes und braucht außerdem ein Vielfaches an Zeit, um zu trocknen.
Eine solche Maschinenwäsche mit gründlichem Schleudern ist wesentlich schonender fürs Gestrick als Handwäsche und das Herumeiern mit klatschnassen Stricksachen.

Zahlreiche Grüße
Kerstin


Edited by Miss Ellie, 13.11.2013 - 12:54.


#7 PetraWool

PetraWool

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Posted 05.06.2014 - 20:17

Man soll grudsätzlch unbehandelte Wollprodukte nicht waschen. Das Wasser und Bewegung verändert die Molekularstruktur der Wolle.
Ich würde den Pullover vorsichtig in der Badewanne waschen und liegend trocknen. Als Waschmittel empfehle ich dir Babyshampoo. Sie ist günstig und sehr gut.

#8 frieda

frieda

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Posted 06.06.2014 - 08:38

Das Wasser und Bewegung verändert die Molekularstruktur der Wolle.


Das ist naturwissenschaftlich gesehen nicht korrekt. Die Molekularstruktur wird garantiert nicht verändert. Dazu bräuchtest Du schon größere Klopper an Chemikalien, z.B. Dauerwellflüssigkeit (die tatsächlich die Schwefelbrücken im Haar aufbricht und so eine Umformung möglich macht). Wenn Wasser das schon könnte, dann würden wir uns alle nicht mehr waschen ...
Was tatsächlich passiert ist, dass die Schuppenschicht des einzelnen Wollhaares sich aufrichtet und die Schuppen sich durch Bewegung dann verhaken können, das ist das altbekannte Filzen.

Grüßlis,

frieda

#9 Annie

Annie

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Posted 06.06.2014 - 16:34

Hallo,

hinzuzufügen ist, dass die neuen Waschmaschinen wesentlich schonender mit den Strickteilen umgehen, als wenn wir die Sachen rumziehen. Die Wollhersteller empfehlen eher die Sachen in einen Beutel zu geben und in der Maschine kalt im Wollwaschprogramm zu waschen.
So mache ich das übrigens seit Jahren, selbst mit meinen handgesponnenen Sachen und bisher habe ich keine Ausfälle zu verzeichen.

Bestrickende Grüße
Annie

#10 PetraWool

PetraWool

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Posted 06.06.2014 - 16:47

Hallo,
die Wasserstoffbrücken der Wolle werden durch Wasser tatsächlich verändert, wenn man das Teil in Bewegung bringt. Deswegen sollte man sie liegend trocknen.
Die Wolle ist leicht gekräuselt und bei Merino noch stärker. Das kommt u.a. durch die Wasserstoffbrücken. Wenn wir das fertige Teil hängend trocknen, werden die Haare glatter und das Teil länger.
Mit dem Filzen habe Sie vollkommen Recht.

Gruss


Das Wasser und Bewegung verändert die Molekularstruktur der Wolle.


Das ist naturwissenschaftlich gesehen nicht korrekt. Die Molekularstruktur wird garantiert nicht verändert. Dazu bräuchtest Du schon größere Klopper an Chemikalien, z.B. Dauerwellflüssigkeit (die tatsächlich die Schwefelbrücken im Haar aufbricht und so eine Umformung möglich macht). Wenn Wasser das schon könnte, dann würden wir uns alle nicht mehr waschen ...
Was tatsächlich passiert ist, dass die Schuppenschicht des einzelnen Wollhaares sich aufrichtet und die Schuppen sich durch Bewegung dann verhaken können, das ist das altbekannte Filzen.

Grüßlis,

frieda



#11 Kerstin_strickt

Kerstin_strickt

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Posted 07.06.2014 - 07:41

die Wasserstoffbrücken der Wolle werden durch Wasser tatsächlich verändert, wenn man das Teil in Bewegung bringt. Deswegen sollte man sie liegend trocknen.
Die Wolle ist leicht gekräuselt und bei Merino noch stärker. Das kommt u.a. durch die Wasserstoffbrücken. Wenn wir das fertige Teil hängend trocknen, werden die Haare glatter und das Teil länger.

Das ist nochmals ein Argument für die Waschmaschine und gründliches Schleudern mit maximalen Umdrehungen. Denn je weniger Wasser im Strickstück verbleibt, desto leichter ist es danach und desto schneller trocknet es.

Übrigens, beim Schleudern wird das Strickstück nicht bewegt oder gerieben, sondern nur gegen die Trommelwand gedrückt. Dabei nimmt es keinen Schaden. Erst recht nicht im bereits empfohlenen Wäschenetz. Nimmt man ein Strickstück hingegen klatschnass aus der Waschmaschine oder dem Waschbecken, dann verzieht es sich garantiert, und das Trocknen kann bei schlechten Bedingungen Wochen dauern, falls es nicht ohnehin schon vorher schimmelt.

Beim Waschen in der Waschmaschine kann man drei Fehler machen:
a) zu heiß,
b) zu wenig schonend (z.B. Feinwäsche statt Wollwaschgang),
c) falsches Waschmittel (normales statt Wollwaschmittel)

Solange man diese Fehler nicht begeht, tut die Waschmaschine der Wolle gar nichts. Wie Annie behandle ich meine selbstgestrickten Sachen schon seit Jahrzehnten so, ohne dass sie Schaden nehmen.

Zahlreiche Grüße
Kerstin

#12 _Michaela_

_Michaela_

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Posted 26.06.2014 - 17:59

hinzuzufügen ist, dass die neuen Waschmaschinen wesentlich schonender mit den Strickteilen umgehen, als wenn wir die Sachen rumziehen.


Genau. Und nicht nur die neuen. Meine jetzige ist genau 19 Jahre alt, und auch mit der vorigen, der guten alten Quelle Privileg, die ich als 12-jährige Maschine geerbt hatte und bis zu ihrem 18. Lebensjahr genutzt habe, konnten das leisten.

Ich schleudere seit Jahrzehnten alle Wollsachen auf höchsten Touren (im Wäschenetz), und ich habe auch noch Jahrzehnte alte Wollsachen. Unverfilzt und unzerstört, wie auch von Annie und Kerstin geschildert.
Wer's nicht glaubt, kann meine ca. 380 Projekte bei Ravelry nach den alten Teilen durchsuchen. http://www.ravelry.c...rojects/LanArta
Mein letztes Projekt aus reiner unbehandelter Schafwolle, einfädig, also filzfreudig, wurde fast zwei Stunden gekocht (im Einmachtopf), abkühlen gelassen und dann in der Schleuder mit 1600 Touren gedreht. Der Zweck war, die Rauheit zu mildern, und dies ist auch gelungen.

Und ja: ich wasche jede Maschenprobe in der Temperatur, in der ich auch das fertige Stück zu waschen beabsichtige. Ich messe es vor und nach dem Waschen, damit ich sehe, ob es sich in der Breite oder der Länge verändert.
Wer diese Kenntnisse nicht zu schätzen weiß oder zu bequem dazu ist, kann unangenehme Folgen erleben.
Diese Mühe nehme ich gern auf mich, denn für die Tonne zu stricken gehört nicht zu meinen liebsten Beschäftigungen. Und Zimperlichkeit dem Garn gegenüber muss auch nicht sein, wenn man die Möglichkeiten vorher auslotet.

Ich würde den Pullover vorsichtig in der Badewanne waschen

Nie-nie-niemals.
Abgesehen, dass das Gift für den Rücken ist, muss man viel zuviel an dem Strickstück herumkneten, um es wenigstens halbwegs entwässert aus der Wanne zu bekommen. Und dann? Zig Badelaken opfern, um die Wassermassen heraus zu quälen?
Nee, das ist antiquiert und ich würde das meinen Strickstücken nicht antun.

Ein Studienkollege hat übrigens eine Wollwaschmaschine erfunden. Die Strickstücke wurden gerüttelt, mit hoher Frequenz, in einer Metallschüssel. Das klappte mit allen Wollarten hervorragend, auch Angora. Den Dreck konnte man nach dem Rüttelgang buchstäblich als Sediment unten in der Schüssel sehen.
Das Strickstück lag dabei auf einer Art Gitter, das man aus der Schüssel nahm und zum Abtropfen heraus nahm.
Es wurden nur 300 Stück von dem Gerät hergestellt, keiner wollte die Maschine herstellen. Viel zu wirkungsvoll und zu simpel.

Edited by _Michaela_, 26.06.2014 - 18:09.


#13 ias

ias

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Posted 02.08.2014 - 15:24

Ich mache es so, wie Michaela es beschrieben hat.

Die Maschenprobe stricke ausreichend groß (da kann schon mal ein Knäuel dafür draufgehen) und in dem Muster, das ich später auch für das Strickstück verwende.

Dann messe ich die Probe in der Breite und Länge aus und ab geht es in die Waschmaschine.

Wollwaschgang 30 Grad und dann zusätzlicher separater Spülgang (kurz) mit anschließendem Schleudern mit den höchstmöglichen Touren.

Maschenprobe nach dem Trocknen neu nachmessen und schon kann ich das Strickstück gut berechnen.

 

Auch die gekauften 100 % Kaschmir-Pullover meines Mannes "fliegen" in die Waschmaschine.

Eine frühere Kundin hat auch immer alles in die Waschmaschine geschmissen und gesagt "Sieg oder Sarg".

Bei mir waren es bisher nur Siege :-D

 

 

 

Ein Studienkollege hat übrigens eine Wollwaschmaschine erfunden. Die Strickstücke wurden gerüttelt, mit hoher Frequenz, in einer Metallschüssel. Das klappte mit allen Wollarten hervorragend, auch Angora. Den Dreck konnte man nach dem Rüttelgang buchstäblich als Sediment unten in der Schüssel sehen.
Das Strickstück lag dabei auf einer Art Gitter, das man aus der Schüssel nahm und zum Abtropfen heraus nahm.
Es wurden nur 300 Stück von dem Gerät hergestellt, keiner wollte die Maschine herstellen. Viel zu wirkungsvoll und zu simpel.

 

Michaela, das ist ja der Hammer. Ich möchte nicht wissen, wieviele tolle Erfindungen "wirtschaftlichen Interessen" zum Opfer fallen.

 

LG, Inge



#14 Hummelbrummel

Hummelbrummel

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Posted 10.08.2014 - 22:34

Hallo Zusammen, 

im Prinzip gebe ich Euch "Maschinenwäschern" recht, oute mich aber hier als "Badewannenwäscher", zumindest für manche Sachen.

Wobei ich nicht in der Wanne selbst, sondern in einer Waschwanne in der Badewanne wasche. 

 

Warum? Erstens, weil ich sehen will, wie viel Dreck rauskommt, z.B. aus meiner weißen Jacke. Das ist immer wieder beeindruckend.  

Zweitens, weil ich ein gutes Gefühl habe, wenn ich manche Sachen warm wasche und das kann meine Maschine nicht. Das heißt, sie kann es schon, aber wenn sie warm gewaschen hat, dann spült sie kalt und das ist mir zu filz-gefährlich.  

Außerdem hat mein Wollwaschprogramm nur eine gedrosselte Schleudermöglichkeit. 

Sehr rückenbelastend ist die Handwäsche nicht, denn ich kann die Behauptung, Wolle sei dreckabweisend, bestätigen: Eigentlich weiche ich sie nur eine Weile mit etwas Wollwaschmittel in recht warmem Wasser ein und spüle einige Zeit später mit entsprechend temperiertem Wasser 2-3 Mal.

Dann trage ich die tropfnasse Wolle in der Wanne in den Keller und packe sie zum Schleudern mit Vollgas in die Maschine. 

Zum Schluss trocknet es liegend. 

 

Dass man unbehandelte Wolle gar nicht waschen soll, hört sich zwar schön an, aber: 

Wenn ich sehe, was aus so einer Jacke rauskommt, mit der man 3-6 Monate fast täglich im Straßenverkehr Fahrrad gefahren ist, dann finde ich persönlich es doch ganz angenehm, die Jacken und Pullis ab und zu mal zu waschen. 

Außerdem: Was versteht man unter unbehandelter Wolle? Ich verarbeite im Moment mal wieder Wolle, die ich frisch geschoren vom Schaf bekommen habe - ganz sicher "unbehandelte Wolle". Und die darf erst ins Haus, nachdem sie mindestens einmal gründlich in Wasser gebadet hat und Schlamm, Lehm, Urin und dergleichen rausgespült sind.

Das Wollwachs/Wollfett ist eine feine Sache und ich liebe meine Hände in der "Wollwaschzeit", habe aber die Erfahrung gemacht, dass es mit der Zeit recht unangenehm klebt und pappt (verharzt), was jegliche Weiterverarbeitung deutlich erschwert. Deshalb versuche ich momentan, so viel davon wie irgend möglich gleich von Anfang an mit entsprechenden Waschzusätzen rauszuwaschen.  

Auch wenn es mir aus ökologischen und Naturverbundenheitsgründen immer etwas leid tut. Aber schließlich will ich am Ende ein tragbares Kleidungsstück haben. 

 

 

Frieda: Was hat es mit Deiner Wollkocherei auf sich? Hast Du Wolle dadurch wirklich weicher bekommen? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden? 

Was war das für Wolle und wie genau hast Du sie behandelt. 

Wenn ich Wolle färbe, kocht sie ja auch eine Stunde lang, aber gerade bei gekauften Kammzügen hatte ich da manchmal eher dein Eindruck, sie würden davon rauer im Griff. Aber nicht bei allen. Meine Rohwolle kam mir tatsächlich auch manchmal hinterher etwas weicher vor. 

 

Viele Grüße

 

Hummelbrummel



#15 frieda

frieda

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Posted 11.08.2014 - 12:49

Frieda: Was hat es mit Deiner Wollkocherei auf sich? Hast Du Wolle dadurch wirklich weicher bekommen? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden? 

 

Hm, ich weiß gerade nicht, worauf Du Dich beziehst. Normalerweise koche ich Wolle auch nur, wenn ich sie färbe.

 

Grüßlis,

 

frieda

 



#16 Hummelbrummel

Hummelbrummel

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Posted 11.08.2014 - 18:15

 

Ich schleudere seit Jahrzehnten alle Wollsachen auf höchsten Touren (im Wäschenetz), und ich habe auch noch Jahrzehnte alte Wollsachen. Unverfilzt und unzerstört, wie auch von Annie und Kerstin geschildert.
Wer's nicht glaubt, kann meine ca. 380 Projekte bei Ravelry nach den alten Teilen durchsuchen. http://www.ravelry.c...rojects/LanArta
Mein letztes Projekt aus reiner unbehandelter Schafwolle, einfädig, also filzfreudig, wurde fast zwei Stunden gekocht (im Einmachtopf), abkühlen gelassen und dann in der Schleuder mit 1600 Touren gedreht. Der Zweck war, die Rauheit zu mildern, und dies ist auch gelungen.
 

 

 

Entschuldige bitte, Frieda, ich habe dich verwechselt  :oops: . 

Meine Frage bezog sich auf Michaelas Post. 

 

Viele Grüße

Hummelbrummel






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