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Infos zum Maschinenstricken


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4 Antworten in diesem Thema

#1

  • Guests

Geschrieben 29.09.2003 - 19:04

Hallo,

ich habe früher sehr viel gestrickt, habe es dann aber wegen Stress mit Beruf und Familie eine zeitlang sein lassen. Nun hätte ich wirklich gerne wieder Lust, mir und meiner Familie ein paar Pullover zu stricken.

Mit Strickmaschinen selber habe ich überhaupt keine Erfahrung, daher mein Posting. Ich habe mir zwar schon die Infos in der Rubrik Maschinestricken durchgelesen, stehe aber immer noch im Wald.

Wer kann mich an die Hand nehmen? :lol:

Prinzipiell würde ich gerne mal wissen, was man alles mit einer Strickmaschine machen kann: alle Muster und alle Fadenstärken? Ich habe von spezieller Maschinenwolle gelesen, nehme daher an, dass stinknormale Wolle wie zum Handstricken nicht geht, oder?
Wie geht das Maschinestricken vor sich? Die Wolle wird in die Nadeln eingefädelt, dann wird das Muster (je nach Maschine) eingespeist und dann geht es los?

Sorry, bin wirklich Anfängerin, was das Thema angeht... :oops:

Gruß,

Sonja ;)

#2

  • Guests

Geschrieben 30.09.2003 - 08:53

Hallo Sonja,

puh, das wird jetzt schwierig. ;-) Ich glaube, ich fange mal bei Adam und Eva an, damit Du Basis-Infos bekommst.

Also, eine Strickmaschine ist prinzipiell ein breites Etwas (das Nadelbett) mit 90-250 Haken drauf, die bewegliche Deckelchen haben. Das sind die Nadeln.
Wenn man mit dem Schlitten (Garn eingefädelt) drüberfährt, dann kommt der Faden in die Haken. Gleichzeitig werden die Deckelchen über den Haken geschlossen, die Nadeln bewegen sich zurück und ziehen den Faden somit durch die schon auf den Nadeln vorhandenen Schlaufen. Jede Nadel "häkelt" also mit ihrem Stück Faden eine Masche durch die der Vorreihe. Weil alle Haken in dieselbe Richtung weisen, bilden sich immer dieselben Maschen, nämlich (von der Strickerin aus gesehen) linke, zur Maschine hin gewandt sind sie natürlich rechts. Das ist die Grundlage, und die allereinfachsten Maschinen sind nichts anderes als das, was ich oben beschrieben habe. Sehr alte haben noch nicht mal eine Einfädelung, sondern man legt das Garn über die offenen Nadelhaken, und der Schlitten übernimmt nur das Bewegen der Nadeln.

Die Dicke der verwendbaren Wolle hängt u.a. davon ab, wie groß die Nadelhaken sind, vor allem aber vom Abstand der Nadeln zueinander. Deshalb gibt es Grob-, Mittel- und Feinstricker. Nähere Info dazu unter
http://www.strickmod.../garntipps.html
Handstrickwolle geht durchaus, wenn's die richtige Dicke ist, aber man kann nicht direkt aus dem Knäuel stricken, weil der Faden nicht schnell genug herauskommt. Maschinestricker bevorzugen deshalb oft Konen, weil man die nicht erst umspulen muß (wie ein Handstrickknäuel) und weil man bei 500 Gramm von der Kone viel weniger Fäden zu vernähen hat als bei 10x50 g aus dem Knäuel.

Welche Muster man stricken kann, hängt von der Maschinentechnik ab. Da die Maschen gebildet werden wie oben beschrieben, gibt's (wiederum im Prinzip) drei Möglichkeiten: 1. Masche stricken, 2. Masche nicht stricken, den Faden nur an ihr vorbeilaufen lassen, 3. Masche nicht stricken, aber den Faden in den Nadelhaken legen. Nähere Info darüber gibt's bei http://www.strickmod.../knowhow02.html

Norwegertechnik ist eine Sonderform des "Fadenvorbeilaufenlassens". Dabei werden beide Fäden in einem Arbeitsgang kurz nacheinander verstrickt, der eine strickt die vorgewählten Nadeln und läuft an den anderen vorbei, der zweite strickt die übriggebliebenen und läuft an den schon gestrickten vorbei.

Lochmuster entstehen, indem man Maschen auf die Nachbarnadeln hängt, die nunmehr leeren Nadeln bekommen eine Schlaufe (einen "Umschlag" im Handstricken), und es entsteht dort dann ein Loch.

Rechts-Links-Muster benötigen entweder ein zweites, gegenüberstehendes Nadelbett (Du erinnerst Dich, die Nadelhaken zeigen ja alle nur in dieselbe Richtung), oder bei Brother Strickmaschinen den KG-Schlitten, der eine einzelne gegenüberstehende Nadel hat. Er fährt langsam (SEHR langsam!) über das Nadelbett, strickt damit nach Bedarf einzelne Maschen "links" ab und hängt sie wieder zurück, während die andern von den Nadelbett-Nadeln normal gebildet werden.

Die Mustersteuerung ist von Maschine zu Maschine verschieden. Ganz einfache Maschinen haben gar keine. Da muß man von Hand vorwählen. Die ersten Automatiken, die den Namen verdienten, waren Drucktasten mit einem Rapport von 8 Nadeln bzw. Maschen. Eine große Weiterentwicklung war dann die Lochkarte mit einem Rapport von 24 Nadeln. Die ersten "elektronischen" Maschinen ermöglichten frei wählbare Rapporte von 2-60 Maschen. Die letzten vollelektronischen erlauben das Mustern über die gesamte Nadelbettbreite, also von 2 bis 200 Maschen bei einem Standardstricker mit 4,5 mm Nadelabstand. Diese Maschinen können teilweise auch über Computer programmiert und angesteuert werden, das dazu erforderliche Programm DesignaKnit ist allerdings nicht gerade billig, und die auf die Strickmaschine abgestimmte Kabelverbindung kostet auch eine Großigkeit.

So, ich hoffe mal, ich habe für den Anfang nichts Wesentliches vergessen, und Du siehst jetzt etwas klarer. Wenn Du weitere Fragen hast, melde Dich.

Zahlreiche Grüße
Kerstin

#3

  • Guests

Geschrieben 30.09.2003 - 21:28

Hallo Kerstin,

danke für die umfassenden Erläuterungen.

Das mit dem Maschinestricken werde ich mir vorerst noch überlegen. Zumindest will ich erstmal einige in Aktion sehen, bevor ich mich entscheide. Immerhin sind die Dinger ja nicht ganz preiswert.

Gruß,

Sonja ;)

#4 Petra

Petra

    Semi-Profi

  • Mitglieder
  • 23 Beiträge

Geschrieben 03.10.2003 - 09:57

Hallo Sonja,
jetzt wollte ich antworten und mein Beitrag ist ganz separat erschienen, wenn es dich interessiert - unter Maschinenstricken, Teuere Strickmaschinen....
Sorry,
Petra

#5 Manuela

Manuela

    Semi-Profi

  • Mitglieder
  • 39 Beiträge

Geschrieben 06.10.2003 - 13:04

Hallo Tomtom,

mit der Maschine zu stricken ist wirklich herrlich und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, sich für "die richtige" zu entscheiden. Meiner Meinung nach ist Brother wirklich erste Wahl, einmal wegen der leicht verständlichen Anleitungsbücher und nicht zuletzt wegen der langen Lebensdauer. Weiterhin habe ich festgestellt, dass man in allen Handarbeitsforen Infos, Tipps und pers. Hilfe zu diesen Maschinen bekommt (habe ich schon häufig selbst in Anspruch genommen). Außerdem ist die Zubehörpalette riesig (ab den 800er Modellen) und man bekommt wiklich noch so ziemlich alles, was man möchte (bei Maschinen anderer Hersteller scheint das nicht der Fall zu sein).

Einen wichtigen Tipp möchte ich dir aber noch mit auf den Weg geben: Erkundige dich telefonisch bei WSM in Darmstadt über die Ersatzteil-Situation! So weit ich weiß, sieht es für die 700er Maschinen sehr schlecht aus, diese sind auch fast vom Markt verschwunden, außerdem kannst du die vielen Zubehörteile, wie sie für die 800er Maschinen angeboten werden nicht verwenden (z. B. kein 830er oder 850er Doppelbett). Auch Firma Onken in Köln oder die Strickschule Hamburg http://www.stricksch.../maschinen.html können dir Auskunft geben. Du kannst den Link in deinen Browser kopieren und mal die verschiedenen Typen anwählen, dann bekommst du eine Übersicht, was zu welcher Maschine passt. Außerdem wirst du feststellen, dass in der Liste gar keine 700er Maschinen mehr aufgeführt werden!

Wenn du erst mal klein (günstig) anfangen möchtest, empfehle ich dir eine KX 395, das ist eine sehr einfache Maschine, es sind viele Muster möglich, die Bemusterung erfolgt überwiegend von Hand. Neben dem Preis hat diese Maschine den Vorteil, dass sie sowohl als Feinstricker, wie auch als Grobstricker verwendet werden kann. Somit wird sie nicht überflüssig, wenn du mal auf eine bessere Maschine (meistens Feinstricker) umsteigen willst. Du kannst sie also weiterhin als nützliches Zusatzgerät für dicke Wolle nutzen. Und du kannst ohne gleich ein Vermögen zu investieren, erst mal schauen, ob dir das Stricken mit der Maschine überhaupt liegt.

Ich habe einmal genauso angefangen und habe inzwischen eine computergesteuerte Maschine und neuerdings auch einen Grobstricker. Meine KX 395 habe ich übrigens auch noch, die ich jetzt nicht mehr benötige und verkaufen möchte. Solltest du nach reiflicher Überlegung daran Interesse haben, kannst dich bei mir melden.




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