Hallo Sonja,
puh, das wird jetzt schwierig.

Ich glaube, ich fange mal bei Adam und Eva an, damit Du Basis-Infos bekommst.
Also, eine Strickmaschine ist prinzipiell ein breites Etwas (das Nadelbett) mit 90-250 Haken drauf, die bewegliche Deckelchen haben. Das sind die Nadeln.
Wenn man mit dem Schlitten (Garn eingefädelt) drüberfährt, dann kommt der Faden in die Haken. Gleichzeitig werden die Deckelchen über den Haken geschlossen, die Nadeln bewegen sich zurück und ziehen den Faden somit durch die schon auf den Nadeln vorhandenen Schlaufen. Jede Nadel "häkelt" also mit ihrem Stück Faden eine Masche durch die der Vorreihe. Weil alle Haken in dieselbe Richtung weisen, bilden sich immer dieselben Maschen, nämlich (von der Strickerin aus gesehen) linke, zur Maschine hin gewandt sind sie natürlich rechts. Das ist die Grundlage, und die allereinfachsten Maschinen sind nichts anderes als das, was ich oben beschrieben habe. Sehr alte haben noch nicht mal eine Einfädelung, sondern man legt das Garn über die offenen Nadelhaken, und der Schlitten übernimmt nur das Bewegen der Nadeln.
Die Dicke der verwendbaren Wolle hängt u.a. davon ab, wie groß die Nadelhaken sind, vor allem aber vom Abstand der Nadeln zueinander. Deshalb gibt es Grob-, Mittel- und Feinstricker. Nähere Info dazu unter
http://www.strickmod.../garntipps.htmlHandstrickwolle geht durchaus, wenn's die richtige Dicke ist, aber man kann nicht direkt aus dem Knäuel stricken, weil der Faden nicht schnell genug herauskommt. Maschinestricker bevorzugen deshalb oft Konen, weil man die nicht erst umspulen muß (wie ein Handstrickknäuel) und weil man bei 500 Gramm von der Kone viel weniger Fäden zu vernähen hat als bei 10x50 g aus dem Knäuel.
Welche Muster man stricken kann, hängt von der Maschinentechnik ab. Da die Maschen gebildet werden wie oben beschrieben, gibt's (wiederum im Prinzip) drei Möglichkeiten: 1. Masche stricken, 2. Masche nicht stricken, den Faden nur an ihr vorbeilaufen lassen, 3. Masche nicht stricken, aber den Faden in den Nadelhaken legen. Nähere Info darüber gibt's bei
http://www.strickmod.../knowhow02.htmlNorwegertechnik ist eine Sonderform des "Fadenvorbeilaufenlassens". Dabei werden beide Fäden in einem Arbeitsgang kurz nacheinander verstrickt, der eine strickt die vorgewählten Nadeln und läuft an den anderen vorbei, der zweite strickt die übriggebliebenen und läuft an den schon gestrickten vorbei.
Lochmuster entstehen, indem man Maschen auf die Nachbarnadeln hängt, die nunmehr leeren Nadeln bekommen eine Schlaufe (einen "Umschlag" im Handstricken), und es entsteht dort dann ein Loch.
Rechts-Links-Muster benötigen entweder ein zweites, gegenüberstehendes Nadelbett (Du erinnerst Dich, die Nadelhaken zeigen ja alle nur in dieselbe Richtung), oder bei Brother Strickmaschinen den KG-Schlitten, der eine einzelne gegenüberstehende Nadel hat. Er fährt langsam (SEHR langsam!) über das Nadelbett, strickt damit nach Bedarf einzelne Maschen "links" ab und hängt sie wieder zurück, während die andern von den Nadelbett-Nadeln normal gebildet werden.
Die Mustersteuerung ist von Maschine zu Maschine verschieden. Ganz einfache Maschinen haben gar keine. Da muß man von Hand vorwählen. Die ersten Automatiken, die den Namen verdienten, waren Drucktasten mit einem Rapport von 8 Nadeln bzw. Maschen. Eine große Weiterentwicklung war dann die Lochkarte mit einem Rapport von 24 Nadeln. Die ersten "elektronischen" Maschinen ermöglichten frei wählbare Rapporte von 2-60 Maschen. Die letzten vollelektronischen erlauben das Mustern über die gesamte Nadelbettbreite, also von 2 bis 200 Maschen bei einem Standardstricker mit 4,5 mm Nadelabstand. Diese Maschinen können teilweise auch über Computer programmiert und angesteuert werden, das dazu erforderliche Programm DesignaKnit ist allerdings nicht gerade billig, und die auf die Strickmaschine abgestimmte Kabelverbindung kostet auch eine Großigkeit.
So, ich hoffe mal, ich habe für den Anfang nichts Wesentliches vergessen, und Du siehst jetzt etwas klarer. Wenn Du weitere Fragen hast, melde Dich.
Zahlreiche Grüße
Kerstin