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Einige Anfängerfragen - ich möchte das Spinnen auch einmal probieren.


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9 replies to this topic

#1 Hummelbrummel

Hummelbrummel

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Posted 25.11.2010 - 14:15

Hallo Zusammen,

schon sein geraumer Weile juckt es mich in den Fingern, das Spinnen auch einmal zu probieren und ich habe schon ein bisschen was dazu gelesen, aber noch keine Erfahrung und etliche Fragen, die vermutlich die typischen Anfängerfragen sind.......

Ich denke, ich werde mir wohl das Starterset vom Wollschaf gönnen: Handspindel
Und schlauerweise gleich ein bisschen Material dazu bestellen, damit ich nicht gleich wieder am Ende bin. Am wichtigsten wäre mir, dass es es sich für einen Anfänger gut spinnen lässt. Meint Ihr, diese Auswahl ist da geeignet?


1. Einerseits hätte ich gerne etwas natürliches, naturbraunes, nicht zu hartes vielleicht dieses: Welshwolle

2. Und etwas buntes, möglichst weiches, würde ich auch gerne verspinnen: bunte Merino

Ich habe mir gedacht, aus der Merinowolle - falls es etwas wird - irgendwann einmal dann ein Lace-Tuch zu stricken.

Und dazu noch zwei Fragen:
Steht zu erwarten, dass der entstandene Faden sich zum Stricken (für Lace) eignet oder empfehlt Ihr eher, diesen zu verzwirnen, so dass er doppelt liegt?
Kann ich gleich beim Spinnen einen Farbverlauf im Garn produzieren, indem ich entsprechend Farben abwechsle oder arbeitet man lieber einen Kammzug ab und vermeidet das Ansetzen von Wolle von einem anderen Kammzug?

Wie viel Wolle (Gewicht) passt eigentlich so ungefähr auf eine Spindel, bevor man das Garn umwickeln muss?

Sicher werdet Ihr sagen: Muss man alles ausprobieren. Werde ich auch gerne tun. Aber ich möchte, was die Wolle betrifft, auch gerne einen Fehlkauf vermeiden, da ich momentan zwar relativ viel Zeit, aber ziemlich wenig Geld habe.

Viele Grüße, Hummelbrummel

#2 frieda

frieda

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Posted 25.11.2010 - 15:11

Ich denke, ich werde mir wohl das Starterset vom Wollschaf gönnen: Handspindel
Und schlauerweise gleich ein bisschen Material dazu bestellen, damit ich nicht gleich wieder am Ende bin. Am wichtigsten wäre mir, dass es es sich für einen Anfänger gut spinnen lässt. Meint Ihr, diese Auswahl ist da geeignet?


Ich persönlich finde diese Spindel ziemlich schwer. Ich mag lieber mit einer leichteren spinnen, wenn ich eine Handspindel nehme. Man kann sich übrigens eine Spindel auch schnell selber bauen aus Dingen, die jeder Baumarkt zu bieten hat, man braucht nur einen möglichst geraden Buchenstab von 6-8 mm Durchmesser und ein passendes Holzrad als Wirtel. Vielleicht noch einen kleinen Haken oben in den Stab reindrehen, oder alternativ eine Kerbe machen, schon fertig.

Aber für den Anfang kannst Du natürlich dieses Angebot nehmen, da hast Du gleich ein bisschen Wolle mit dabei, das ist schon in Ordnung. Aber wenn Du tatsächlich irgendwann Lace-Garn spinnen möchtest, wirst Du mit dieser Spindel auf lange Sicht eher nicht glücklich.


1. Einerseits hätte ich gerne etwas natürliches, naturbraunes, nicht zu hartes vielleicht dieses: Welshwolle

2. Und etwas buntes, möglichst weiches, würde ich auch gerne verspinnen: bunte Merino


Ich kenne die Welshwolle leider nicht. Merino ist meist ganz schön, aber manchmal auch ein bisschen schwierig auszuziehen. Meine absolute Favoritenfaser ist Bluefaced Leicester. Wunderbar weich, leicht zu spinnen (der Kammzug, nicht die Locken!), ein Traum.

Ich habe mir gedacht, aus der Merinowolle - falls es etwas wird - irgendwann einmal dann ein Lace-Tuch zu stricken.

Und dazu noch zwei Fragen:
Steht zu erwarten, dass der entstandene Faden sich zum Stricken (für Lace) eignet oder empfehlt Ihr eher, diesen zu verzwirnen, so dass er doppelt liegt?
Kann ich gleich beim Spinnen einen Farbverlauf im Garn produzieren, indem ich entsprechend Farben abwechsle oder arbeitet man lieber einen Kammzug ab und vermeidet das Ansetzen von Wolle von einem anderen Kammzug?


Wenn Du erst mal ein-zwei Kilo versponnen hast, dann kriegst Du vielleicht auch mal ein Lace-Singlegarn hin. Rechne lieber erst mal nicht viel früher damit, es sei denn, Du bist ganz außergewöhnlich begabt.
Zuerst wirst Du die Wolle besser verzwirnen, damit sich der Drall ausgleicht. Meine erste selbstgesponnene Wolle entsprach ungefähr Nadelstärke 8-10, die war weit von Lace-Garn entfernt.
Wenn Du die Wolle nicht unbedingt mit sich selber verzwirnen magst, dann kannst Du sie auch mit dünnem Maschinengarn oder Nähgarn verzwirnen, das wird dann nicht ganz so dick.

Und Du kannst natürlich beliebig unterschiedliche Kammzüge ansetzen. Das geht. Das ist auch nicht schwieriger, als aus ein und dem selben Kammzug neu anzusetzen. Aber unterschiedliche Wollen spinnen sich auch teilweise sehr unterschiedlich, da kannst Du dann schon ganz schön unterschiedlich dicke Partien in Deinem Faden produzieren.

Wie viel Wolle (Gewicht) passt eigentlich so ungefähr auf eine Spindel, bevor man das Garn umwickeln muss?


Das ist ganz unterschiedlich. Auf eine große Spindel kriegst Du viel mehr Garn als auf eine kleine leichte.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Spaß bei Deinem Vorhaben, ich finde spinnen können eine sehr schöne und nützliche Erweiterung der Fähigkeiten jeder Strickerin.

Grüßlis,

frieda

#3 Annie

Annie

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Posted 25.11.2010 - 15:39

Hey,

Frieda hat ja schon umfassend geantwortet :D
Merino würde ich einem Anfänger auch nicht wirklich anraten. Am Besten ist eine etwas gröbere Wolle, weil die Fasern da etwas besser aneinander halten. Ich finde immer das nimmt einem am Anfang den Frust etwas. Bei Wollknoll gibt es z. B. ein schönes Mischpaket, da ist für fast alle Spinnklassen was drin. 


Ich würde noch vorschlagen, dass du dir die Spinnerei zeigt. In Bayern wird sich sicher jemand finden, der nicht zu weit von dir entfernt ist.

Bestrickende Grüße
Annie




#4 Hummelbrummel

Hummelbrummel

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Posted 25.11.2010 - 18:22

Hallo, Ihr Zwei,

herzlichen Dank für Eure Antworten.

Dann werde ich mich mal lieber vorerst auf einen Ökopulli im Fred-Feuerstein-Look einstellen, statt auf ein Lace-Tuch.

Seltsam, was für falsche Eindrücke doch entstehen, wenn man so zufallskoordiniert querliest. Und gut, dass man fragen kann und kompetente Antwort bekommt.
Ich hatte irgendwie den Eindruck gewonnen, dass das Problem bei Handspindel-Anfängern eher darin liegt, dass der Faden zu dünn wird. Und die Merinowolle lasse ich dann auch mal lieber und suche mir stattdessen noch was "Robustes" aus, vielleicht die Eiderwolle, denn im letzten Urlaub radelte ich tagelang und kilometerlang auf den schafbesiedelten Nordseedeichen entlang, das Fahrrad immer voller Schafmist und im Kopf immer den Gedanken, was man aus der Wolle alles machen könnte.... (Bluefaced Leicester ist mir zum Übern fast ein bisschen zu teuer)

Was die Spindel betrifft, hatte ich die Idee, dass ich lieber mit einer gekauften anfange, um sicher zu gehen, dass das Problem nicht in meiner Hand liegt, wenn's nicht klappt, denn den Beurteilungen beim Wollschaf nach haben es mit dieser Spindel ja schon bei einige Leute gelernt. Aber im Kopf reifen durchaus schon Luftschloss-Pläne für eine umfangreiche selbstgemachte Handspindelsammlung, bei der ich meine sämtlichen kreativen Spleens der letzten 40 Jahre wieder ans Tageslicht zerre, von Fimo über Ton, Speckstein und ausrangiertes Kinderspielzeug bis - naja, mal sehen, was mir dann noch so einfällt.

Also, Ihr meint, man braucht so ca 1-2 kg Wolle, bis man es kapiert hat? Wie lange braucht eine geübte Spinnerin ungefähr für - naja - sagen wir mal 100g? (Nur, damit ich mich schon mal mental drauf einstellen kann. Natürlich brauche im am Anfang länger, aber ich schätze, ein Anfängertempo ist völlig unabschätzbar....)

Viele Grüße, Hummelbrummel

#5 Annie

Annie

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Posted 25.11.2010 - 20:57

Hey,

guck doch mal da. Mit den Teilen habe ich Kindern schon spindeln gelernt. 
Mach ruhig dicke Wolle am Anfang. Dünn wird die von ganz von allein und dann kannste 'n Spinnkurs machen, damit du wieder dick spinnen lernst :roll:

Bestrickende Grüße
Annie




#6 frieda

frieda

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Posted 26.11.2010 - 00:19

Wie lange braucht eine geübte Spinnerin ungefähr für - naja - sagen wir mal 100g? (Nur, damit ich mich schon mal mental drauf einstellen kann. Natürlich brauche im am Anfang länger, aber ich schätze, ein Anfängertempo ist völlig unabschätzbar....)


Je nachdem, wie dick die Wolle werden soll ... Für 100g Lace-Garn brauche ich 8-10 Stunden, mal grob geschätzt, für 100g Teppichgarn eher weniger als eine Stunde.

Grüßlis,

frieda

#7 Wollknäuelchen

Wollknäuelchen

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Posted 27.11.2010 - 15:30

Huhu Hummelbrummel

Mein Liebster hat mir gerade vor einer Woche genau das Starterset geschenkt. Und mittlerweile - ich hab jeden Tag geübt - klappt es schon ziemlich gut mit nicht zu dünn und nicht zu dick. Ich hatte allerdings auch ein paar liebe Leute, die mir live gezeigt haben wie das geht. Nur mit Text ist das glaube ich erstmal schwieriger. Aber zusammen mit Videos auf youtube sicher auch möglich. Im Starterset sind ja schon drei verschiedene Kammzüge und ich persönlich bin mit der Merino am besten klar gekommen, gerade weil die sich leichter ausziehen hat lassen, weswegen sie Anfängern eher nicht empfohlen wird.
Bisher habe ich nur ca. 30 Gramm auf einmal auf dieser Spindel gehabt und obwohl sie damit sicher noch nicht voll ist, wurde es da schon etwas schwieriger. Ich denke, wenn man wirklich Nähgarn produziert und schön wickelt, dann passen sicher auch knapp 100 Gramm drauf.
Das mit den Singlegarnen für Lacetücher hab ich erstmal in die mittelferne Zukunft verschoben, zuerst mal muss man nämlich das mit dem Drall hinbekommen.
Die Startwolle ist jedenfalls schon aufgebraucht und da mein Liebster und ich nun auch ein Spinnrädchen erwarten haben wir uns gleich ein Kilo Eiderwolle bestellt, damit genug Übungsmaterial da ist.
Und noch eine Warnung, es macht absolut süchtig! Ich konnte jedenfalls trotz Muskelkater nicht die Finger von der Spindel lassen. ;)

#8 Beyenburgerin

Beyenburgerin

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Posted 27.11.2010 - 19:50

Die Black Welsh Mountain Wolle ist etwas gröber und sicherlich für Anfänger geeignet, weil nicht alles direkt wegflutscht.

BlueFacedLeicester ist nicht wirklich teuer, denn man braucht eine ganze Weile, bis man davon 100 g versponnen hat. Für so viele stunden spinnvergnügen ist der Preis sicherlich fair.

Wenn es eine superleicht ausziehbare Wolle sein soll, kann ich Polwarth empfehlen, das ist eine absolut traumhafte superweiche leicht zu spinnende Kuschelwolle.

Diese Wolle http://www.das-wolls...roducts_id=1365 ist sogeanntes "Pencil Roving", hat also etwa die Dicke eines Bleistiftes, da muss man nur noch ein bisschen ausziehen. Könnte eventuell auch hilfreich sein.

LG Brigitte

#9 Hummelbrummel

Hummelbrummel

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Posted 27.11.2010 - 20:45

Hallo Zusammen,

danke für Eure Antworten und Tipps.
Ich bekomme jedenfalls immer mehr Lust, mit dem Spinnen zu beginnen.

Mittlerweile hat mein Gedächtnis aus irgendeiner hinteren Ecke die Info hervorgekramt, dass es hier ein paar Dörfer weiter einen Merino-Betrieb gibt, der auch Wolle direktvermarktet.
Da sollte ich vielleicht auch bei Gelegenheit mal hinradeln.

Vorerst übe ich mich noch ein bisschen in Geduld, denn ich werde mir die Spinnerei-Ausstattung und Wolle auch zum Geburtstag wünschen, und das dauert noch 2 Wochen und ich muss mich nun noch genau entscheiden, was ich mir dann wünsche. Jedenfalls sehe ich nun schon ein bisschen klarer und vor allem: Probieren geht wohl auch hier über Studieren...


Viele Grüße, Hummelbrummel.

#10 kalepa

kalepa

    Gerade reingestolpert

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Posted 17.12.2012 - 09:20

Super, da habe ich ja gleich mal den richtigen Thread gefunden :)

ich bin ja auch noch ganz am Anfang, da waren einige Antworten dabei die mir helfen. Danke!

kalepa






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