Hallo Kerstin,
ich habe gar kein Spinnrad, sondern versuche es erst einmal mit der Handspindel.
das war ursprünglich auch mein Ziel. Ich hab zwar als Kind bei meiner Mum 2-3 Mal am Spinnrad nen Faden versauen dürfen, aber richtig spinnen konnte man das damals nicht nennen und irgendwie kam ich letztes Jahr im Sommer dann auf die Idee, das Spinnen mit der Handspindel lernen zu wollen und hab mir bei Wollknoll ne Handspindel besorgt. Da an dem Samstag, an dem Wollknoll im September nen Spinnkurs angeboten hat, bei uns noch nichts auf dem Programm stand, hab ich daran teilgenommen.
Du glaubst nicht, wie frustrierend es sein kann, wenn um einen herum 5 Leute mit der Handspindel super gut zurecht kommen und man selbst überhaupt nicht.
Als es dann aber ans Spinnrad ging, da frag mich mal, da hat's dann aber sowas von geklappt, das ging wirklich ratzfatz, bis ich da richtig dünne Fäden auf der Spule hatte, während manch andere, die mit der Spindel super zurecht kamen, so ein dickes Dochtgarn produzierten, das fast gar nicht durchs Einzugsloch passte.
Solange ich damit nichts Fadenartiges zuwege bringe, halte ich ein Spinnrad für wenig zielführend, vom finanziellen Aufwand ganz zu schweigen. Am Rad müsste ich ja noch viel mehr auf einmal machen, wo ich doch derzeit schon mit dem simplen Fasernzufadendrehen überfordert bin.
Ich denke, es gibt Leute, die kommen mit der Handspindel besser zurecht, als mit dem Spinnrad und dann gibt's wieder andere, die mit dem Spinnrad deutlich besser zurecht kommen.
Wenn Du die Möglichkeit hast, irgendwo mal ein Spinnrad auszuprobieren, machs! Vielleicht gehörst Du auch zu denen, die erst einmal mit dem Spinnrad anfangen sollten.
Ich fand das mit dem Spinnrad deutlich einfacher, denn das Drall auf den Faden bringen, dafür beschäftigt man beim Spinnrad einen oder beide Füße, falls Du da bisher Deine Bedenken hast, das geht mit ein wenig Trockenübung wirklich ganz automatisch.
Ich fand es eher schwierig, mit einer Hand die Spindel in Drehung zu halten und fast gleichzeit das mit dem Ausziehen auf die Reihe zu bekommen. Entweder hatte meine Handspindel keine Drehung mehr, bzw. drehte sich sogar schon rückwärts oder ich hab endlich Drehung auf der Spindel gehat und dann beim Ausziehen geschludert und die Drehung ist mir dann zu weit hoch gewandert, so dass ich so ne richtig dicke Wurst bekam. Also wie gesagt, ich war mehr damit beschäftigt, die Spindel anzuschucken, als dass ich da irgendwo/irgendwie ein wenig Material aus dem Kammzug rausbekommen hätte.
Erst nachdem das mit dem Spinnrad einigermaßen klappte, hab ich mich wieder an die Handspindel gewagt und da zu dem Zeitpunkt dann doch das Ausziehen und Loslassen für mich irgendwie selbstverständlicher geworden war, hatte ich endlich auch mit der Handspindel das Gefühl, dass man das lernen kann.
Mit der Entfernung ist es wirklich ein Kreuz; alle, bei denen ich gern in die Lehre gehen würde, sind entsetzlich weit weg. Ich bin derzeit aus verschiedenen Gründen auch nicht wirklich mobil, und daran wird sich in absehbarer Zeit leider auch nichts ändern.
Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst, aber es müßte sich doch jemand finden lassen, der mit Dir üben würde.
Und wie sieht es bei Dir in der Gegend mit Mittelaltermärkten oder Spinntreffen aus? Da bekommt man auch meistens geholfen.
Naja, vielleicht kriege ich ja doch noch die Kurve. So schnell lasse ich mich nicht entmutigen.
Mit Sicherheit bekommst Du noch die Kurve. Bleib einfach am Ball, irgendwann platzt der Knoten.

Also dann weiterhin viel Erfolg!
@frieda,
interessant Deine Info wg. dem Gewicht - da hab ich gar nicht dran gedacht, dass ich vielleicht einfach eine Spindel haben könnte, die mir vom Gewicht her überhaupt nicht liegt. Wäre aber tatsächlich noch ne Möglichkeit, dass ich deshalb mit der Handspindel solche Startschwierigkeiten hatte.
Liebe Grüßle
Saskia