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Pflege vom Spinnrad


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8 Antworten in diesem Thema

#1 mietzec

mietzec

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Geschrieben 27.05.2007 - 17:50

Hallo liebe Spinnerinnen,

heut hat nun ein altes und gequältes Spinnrad den Weg zu mir gefunden. Das Holz ist stumpf und ausgetrocknet, ebenso das Leder am Tritt und an der Spulenbefestigung. Die Haken und andere Metallteile haben Rostanflug.
Was nehmt Ihr denn zur Pflege und Instandhaltung?
Freue mich über jeden Hinweis.
Liebe Grüße und frohen Pfingstmontag

mietzec :kopfkratz:

#2 Beyenburgerin

Beyenburgerin

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Geschrieben 27.05.2007 - 18:29

Hallo Mietzec,

das wäre einfacher wenn man Fotos von dem guten Stück sehen kann.

Um Leder geschmeidig zu bekommen kann man Vaseline nehmen, aber ich nehme lieber Wälzlagerfett, das hält höhere Temperaturen aus ohne "wegzulaufen".

Beim Holz hast du viele Möglichkeiten: Wachsen, ölen, lasieren oder lackieren. Ich habe gerade ein Spinnrad von 1861 lackiert, weil es vorher schon blau angemalt war und Lasur irgendwie nicht aussah. Als es letztes Jahr zu mir kam sah es so aus:
Eingefügtes Bild

Ich habe die Restfarbe abgewaschen und abgeschmirgelt, Acrylfarbe war mir nicht haltbar genug, also habe ich Kunstharzlack genommen:

Eingefügtes Bild

Das Glänzen sieht natürlich bei einem alten Rad doof aus, also musste ich stundenlang schleifen, es ist nun fast fertig

Eingefügtes Bild

und spinnt wieder fein. Allerdings mussten wir technisch auch einiges machen:
Rad leimen und Schlag so weit wie möglich "rauszwingen" (70 cm Raddurchmesser!!!), Welle richten und rund feilen, Abstandshülsen auf den Spinnflügel setzen etc.
Die Spinnflügelachse kann man mit Nähmaschinenöl oder Wälzlagerfett fetten, je nach Modell muss man die Tritthalterungen die seitlich in die Spinnradbeine gehen auch fetten. Die Lager in denen die Radachse aufliegt Radachse müssen auch gefettet werden.

Wenn du mal Fotos zeigst kann ich dir bestimmt Tipps geben, wir haben hier schon an so manchem Rad rumgebastelt.

#3 Annie

Annie

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Geschrieben 27.05.2007 - 19:27

Hallo,

um das Leder wieder geschmeidig zu kriegen kannst du es auch mal mit Melkfett probieren.
Das Holz evtl. mit Leinöl behandeln.

Bestrickende Grüße
Annie

#4 mietzec

mietzec

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Geschrieben 27.05.2007 - 19:34

Angehängte Datei  Spinnrad.jpg   28,81K   62 Mal heruntergeladenHier nun ein Bild vom Spinnrad. Ich habe die Spindel ausgebaut und erstmal den Metallstab geölt, vorher konnte ich die Spindel nicht entnehmen, da die Bremse? festgerostet war. Am Dienstag werde ich dann im Baumarkt nach den Chemikalien suchen. :kopfkratz:

Hallo Beyernburgerin,

dieses restaurierte Spinnrad sieht Klasse aus, Hut ab!!!
Danke für die Tips, werde sicher noch öfters nachfragen, da ich sowas zum ersten Mal mache.

Lieben Gruß
spinnmietze

#5 mietzec

mietzec

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Geschrieben 27.05.2007 - 19:36

Hallo Anni,

meinst Du das Leinöl aus dem Supermarkt, was man auch für Salat nimmt?

Lieben Gruß

mietzec

#6 Beyenburgerin

Beyenburgerin

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Geschrieben 28.05.2007 - 12:12

Ja, das Leinöl aus dem Supermakrt kann man auch nehmen. (Hab mich mal erdreistet die Antwort zu geben).

Läuft das Rad eigentlich ordentlich rund? die Hintere Stange am Trittbrett ist sehr stark nach oben gebogen. Wurde der Knecht (Verbindung Trittbrett-Radachse) mal erneuert? Eventuell ist der kürzer als üblich, was dann zu der gebogenen Stange passen könnte.

Meinst du mit Bremse die Scheibe, die auf die Achse gedreht wird? Das nennt man übrigens Wirtel. Dann ist da immerhin ein Metallgewinde drin, das ist besser als ein Holzgewinde. Mit Spindel meinst du wahrscheinlich die Spule. (Das soll hier keine Schulmeisterei sein, nur weiß man dann schneller, dass und ob man von demselben Gegenstand spricht).

Danke für das Lob für mein schwedisches Spinnrad.

#7 mietzec

mietzec

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Geschrieben 28.05.2007 - 13:44

Prima, daß so schnell geantwortet wurde.
Ja, bei mir waren, Wirtel-Bremse und Spule- Spindel, es ist wirklich besser , wenn ich die richtigen Begriffe weiß, damit es keine Mißverständnisse gibt und ich freue mich über jede Hilfe.
Das Rad eiert, aber ich glaube die Achse kann man mit den Holzzapfen tarrieren?
Ob der Knecht erneuert wurde weiß ich nicht, aber der Verbindungsfaden unten ist zu lang und da wo der ran muß, ist ein Stück geklebt.
Was für eine Sorte/Art ist denn das Spinnrad?
Lieben Gruß
mietzec

#8 Beyenburgerin

Beyenburgerin

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Geschrieben 28.05.2007 - 17:45

Man nennt diesen Typ Ziege oder Sachsenrad, in manchen Regionen auch Bockrad, wobei in den meisten Regionen ein Bockrad so eins ist, wo das Rad über dem Tritt liegt und nicht seitlich. Du musst schauen warum es eiert:
- ist das Rad aus dem Leim?
- ist die hintere Stange die das Rad hält durchs häufige Treten nach unten gezogen?
- ist die Achse krumm?

#9 mietzec

mietzec

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Geschrieben 29.05.2007 - 12:48

Na, da wird mein Mann sich freuen, daß er nun noch eine Ziege mehr im Hause hat. Die Neue kann wenigstens nicht meckern!!!

Wie ich fest gestellt habe ist die hintere Stange locker, so daß die Stange nach unten geht, die Achse ist gerade.

Bei dem Wetter fahre ich nicht zum Baumarkt, da lockt mich nichts hinter der Heizung vor, auch wenn es in den Fingern juckt und mein Blick immer wieder zur "Ziege" wandert.

Lieben Gruß
mietzec :(




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