Stricken-eine Moderne Form Der Meditation ?
#1
Geschrieben 19.02.2007 - 11:40
ich habe eine interessante These gehört und wollte dazu gerne Eure Meinung hören also die These lautet ist Stricken eine moderen Form der Meditation ? Erst habe ich gedacht wie bekloppt aber je mehr ich darüber nachdenke könnte ich dem zustimmen, denn stricken ist total entspannend und vielleicht ist das ja so eine Art meditation in die ich falle wenn ich z.B. leichtere Sachen stricken und es einfach mach ohne drüber nachzudenken ?
Na da bin ich ja jetzt mal gespannt.
Liebe Grüße Ineke
#2
Geschrieben 19.02.2007 - 11:51
das ist tatsächlich eine interessante These...in letzter Zeit stricke ich wieder sehr häufig, Sachen die ich eigentlich nicht wirklich durchdenke, sondern einfach frei Schnauze stricke. Und danach fühle ich mich meist gut und entspannt (wobei die Fingerchen oftmals nicht so entspannt sind
Ich nehme an, das das Unterbewusstsein einem ein gutes Gefühl verschafft, wenn man erste Erfolge wahrnimmt (wenn also das Strickwerk dem entspricht, was man sich vorstellt). Das Nadeln macht einen also glücklich im gewissen Rahmen.
Und die Entspannung kommt meiner Meinung nach daher, das wir Strickerinnen uns Zeit für die Handarbeit nehmen, beginnen und etwas schaffen WÄHREND der Entspannung. Ob das jemand jetzt begriffen hat?
Na dieses Thema interessiert mich nun aber wirklich...ich geh mal eine berühmte Suchmaschine besuchen...
LG, Zicklein81
#3
Geschrieben 19.02.2007 - 18:04
Es stimmt.Wenn ich Stress pur habe und wieder zur Ruhe kommen will,nehme ich mein Strickzeug zur Hand.Sogar mein mann meint des öfteren:setz dich mal hin und stricke,dann wirst du wieder ruhiger.ich kann da komplett abschalten,muß dann fast wie aus dem Trance geweckt werden.Ganz schlimm ist es bei Mustern,bei denen ich mich richtig konzentrieren muß,da kann um mich herum alles einstürzen,es interssiert mich nicht.ich muß sogar alles aus der Hand lehgen,wenn ich im Fernseher was sehen will,ansonsten kriege ich nur die Hälfte bis garnichts mit.
Ich finde stricken ist sogar besser wie Joga.
LG Anke
#4
Geschrieben 19.02.2007 - 18:35
Vielleicht wird Stricken ja bald als Entspannungstherapie anerkannt und kann dann auch bei einer Bewerbung im Lebenslauf gut aussehen, weil der Chef bei Streß einfach ein paar Stricknadeln und Wolle hinlegt und sich ein Paar Socken wünscht...
#5
Geschrieben 19.02.2007 - 19:10
LG und einen schönen Abend,Anke
#6
Geschrieben 19.02.2007 - 20:40
"Stricken macht geistig fit
Es fördert die Konzentration und die Denkflexibilität!
Wer viel strickt, kann schneller und effektiver denken.
Beide Gehirnhälften werden auf Zusammenarbeit trainiert und entspannen dabei.
Das hat der bekannte Diplompsychologe Peter Lauster herausgefunden."
Das ist doch zusätzlich zur Meditation eine tolle Sache
Elke
#7
Geschrieben 19.02.2007 - 21:01
Viel entspannender ist allerdings das Spinnen, wenn man mal gefrustet ist ist die Wut nach einer Weile im Faden, das ist für mich die extremere Form der "produktiven Meditation".
#8
Geschrieben 19.02.2007 - 22:00
ich kann mich beim Stricken auch total entspannen. Und dann die Freude, wenn wieder mal was fertig geworden ist. Oder wenn meine Söhne (In ein paar Tagen 23, 19 und 17) mit gestrickten Pullovern rumlaufen und Stricksocken viel gei... (
Irgendwie ist da bei ihnen auch immer ein bißchen Stolz auf mich dabei. Vor allem wenn sie auch ihren Freundinnen versprechen, dass ich ihnen was stricke oder häkle.
Wollige Grüße
Monka
#9
Geschrieben 20.02.2007 - 08:33
witziges Thema!!! Stricken ist für mich Entspannung, Seelentröster, Ablenkung....PUR!!!
Wenn ich einen Tag nicht zum Stricken komme, und sind es nur wenige Maschen, dann blättere ich wenigstens ein Heftchen durch oder gehe zu meinen Wollvorräte und mach mir Gedanken, was ich als nächstes Stricken könnte.
Ich habe auch immer mehrere Projekte gleichzeitig, Socken zum so nebenbei stricken, schwierigere Muster zum Konzentrieren und irgendwelche Probeläppchen zum was Neues ausprobieren.
Ich habe auch mal gelesen, dass beim Stricken sich die Atmung verändert, ähnlich dem Zustand bei der Meditation. Weiß aber nicht ob das stimmt, und wenn, dann sicher nicht für alle Muster. Es müßte schon etwas einfaches sein?!?
Dann muß ich Brigitte noch voll zustimmen. Ich hatte lange Handarbeiten in der Schule und ich erinnere mich nur mit guten Gedanken daran. Ich hatte wohl Glück mit den Handarbeitslehrkräften. Wir lernten viele Handarbeitstechniken und ich empfand die Atmosphäre im Handarbeitszimmer immer so heimelig. Das ganze fand aber ohne Jungs statt, die hatten in der Zeit Werken.
Liebe Grüße
Inga
#10
Geschrieben 20.02.2007 - 08:49
#11
Geschrieben 20.02.2007 - 09:22
Gelernt habe ich das Stricken schon vor der Schule von meiner Mutter und bei ihr auch viel abgeschaut, sie war Extremstrickerin so wie ich es bin. Anleitungshefte hatten wir nicht, zu teuer, dafür ein Buch von 3Pagen, ich glaube es hieß Wunderbare Sachen. Da waren alle Grundlagen des Strickens drin sowie viele Muster. Meine Mutter hat mir einmal gezeigt und ausgerechnet, wie man einen Pulli strickt, da war ich 13, danach habe ich es selber gemacht. Sowas fördert dreidimensionales Vorstellungsvermögen, man denkt sich erst mal eine Form aus, dann sucht man ein Muster und malt sich im Geiste ein Bild von dem zu strickenden Pulli, bevor man ihn tatsächlich strickt.
Es ist übrigens wissenschaftlich nachgewiesen, dass Stricken den Blutdruck senkt.
IrisG, ich stricke auch öfters einfach mal los, weil es eben Spaß macht. Aber ich habe bisher auch immer willige und fast immer auch freudige Opfer gefunden, die dann meine Sachen haben wollen
#12
Geschrieben 20.02.2007 - 12:33
Bis man es kann, ist es oft eine schweißtreibende Angelegenheit -
liebe Grüße
Lehrling
#13
Geschrieben 22.02.2007 - 11:14
#14
Geschrieben 22.02.2007 - 12:27
was ist "moderne" Meditation? Was gibt es noch? Herkömmliche Meditation? Antike Meditation? Wodurch definiert sich Meditation? Daran kann man wahrscheinlich messen, ob es sich um Meditation handelt.
Einige Kennwerte wurden schon genannt, wie Senkung des Blutdrucks, Entspannung, Ordnen der Gedanken ...
Mir ist es letztlich egal, ob es sich beim Stricken um eine Form der Meditation handelt. Es ist mein Hobby, das mir Freude macht, das Warte- und Fahrzeiten sinnvoll und mit sichtbaren Ergebnissen verkürzt, meine Kreativität anregt und meine Stimmung verbessert. Es macht nicht dick und ist im Vergleich zu anderen Hobbys vergleichsweise preisgünstig
Es kann auch in Stress ausarten, wenn etwas zu einem bestimmten Termin fertig sein muss. Oder man Strickaufträge bekommt, mit denen man sich nicht gern beschäftigt. Oder feststellt, dass das teure Garn nicht zum gewünschten Ergebnis führt und sich auch nicht aufribbeln lässt ...
Ciao
Michaela
#15
Geschrieben 23.02.2007 - 07:55
Vor allem finde ich es immer schön, nach einem Bürotag wo man nur vor dem Computer sitzt, zur abwechslung mal etwas mit den Händen zu machen, ob ich nun was Feines koche oder backe oder Handarbeiten mache. Das ERgebnis ist etwas Einzigartiges.
Viele Grüsse an alle
Maggie
#16
Geschrieben 23.02.2007 - 10:41
Und entspannen tuts natürlich auch, wenn man aufgeregt ist, oder wütend, dann strickt man eben etwas schneller
LG
Martina
#17
Geschrieben 25.02.2007 - 10:14
und zwar soll das ganze mit der Augen-Finger-koodination funktionieren (allerdings stricke ich, ohne hinzukucken, das kann bei mir dann nicht stimmen).
ABER: es stimmt nur, so lange man nicht ein kompliziertes muster strickt (zb pomatomus-Socken *kreisch *).
ich denke, das gute gefühl dabei ist, dass man den erfolg sieht, direkt am strickstück, man sich _sinnvoll_ beschäftigt, man _produziert_ etwas nützliches und hat spass dabei. der bestrickte (und sei man es selbst) freut sich.
und HE, von wegen nur omas stricken socken. Die meinsten können das doch gar nicht mehr *lach*.
in diesem sinne, ihr lieben mitstricker/innen.
Annette
#18
Geschrieben 18.03.2007 - 15:21
Ich stricke seit einem halben Jahr - und zwar bin ich darauf gekommen, weil der Stress in meinem Leben einfach immer größer wurde, ich Konzentrationsschwierigkeiten und dergleichen hatte.
Ich hatte Stricken nie in der Schule gelernt, konnte nur rechts stricken, was meine Oma mir vor 20 Jahren mal beigebracht hatte.
Also kann ich nur bejahen: Stricken ist eine Art Meditation.
Viele Grüße,
Ciaran
#19
Geschrieben 02.04.2007 - 12:39
#20
Geschrieben 02.04.2007 - 19:26
Reine Handarbeit
Wir alle stricken unser Leben jeden Tag ein Stück weiter.
Die einen stricken liebevoll und sorgsam, man merkt,
welche Freude es ihnen bereitet, ihr "Lebenswerk" zu gestalten.
Die anderen stricken mühevoll und ungern.
Man merkt, welche Kraft und Mühe es sie kostet,
"Leben" jeden Tag neu aufzunehmen.
Manche wählen ein kompliziertes Muster, andere ein ganz schlichtes.
Oft ist es ein buntes Maschenwerk oder aber ein Stück in tristen Farben.
Nicht immer können wir die Farben selber wählen,
und auch die Qualität der Wolle wechselt,
mal weiß und flauschig weich, mal grau und kratzig.
Und öfter lässt man eine Masche fallen oder sie fällt ohne dein Zutun....
... und zurück bleiben Löcher und ein unvollendetes Muster.
Manchmal reißt der Faden, und es hilft nur ein dicker Knoten.
Wenn wir unser Leben betrachten, wissen wir genau, welche Stellen es sind.
Und oft geschieht es, das einer sein Strickzeug in die Ecke wirft.
Es wird für uns Menschen ein ewiges Geheimnis bleiben,
wieviel Lebensfaden uns noch zum Verstricken bleibt.
Du hast die Nadel in der Hand,
du kannst das Muster wechseln,
die Technik oder das Werkzeug.
Nur Aufribbeln kannst du nichts,
auch nicht ein kleines Stück.
Kristiane Allert-Wybranietz










