Zum Inhalt wechseln






Foto

Familienstellen

Geschrieben von wollpoldi , 22 November 2009 · 130 Aufrufe

Heute halte ich hier ein paar Zeilen (für mich) fest.

Vor einigen Monaten hörte ich das erste Mal von Familienstellen.

Familienstellen?
- Eine Stelle für die Familie.
- Ställe für Familien.
Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutete.

Nachgefragt, habe ich in groben Zügen erfahren, worum es geht.

Jemand hat ein „Problem“ mit der Familie. Und sucht sich Personen aus, die diese Familienmitglieder spielen. So hab ich das verstanden.

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Einladung zu so einem Familienstellen. Ich nahm dankbar an und betonte, dass ich mir das nur ansehen möchte – bloß nicht mitmachen! – um zu sehen, was passiert.

Dieses Familienstellen fand gestern statt. Eigentlich waren es drei. Voller Neugier, Aufregung und was weiß ich noch allem bin ich gestern hingefahren.

Die Räumlichkeiten kannte ich schon. :wink2: Anna

Empfangen wurden wir von einer sehr netten, jungen, agilen Dame. Wir – ca. 16 Personen/bunt gemischt – stellten uns mit dem Vornamen einander vor und setzten uns im Kreis auf kuscheligen Kissen und Fellen auf den Fußboden.

Regina begrüßte uns dann zusammen und erklärte den Neulingen worum es geht:

Wie gesagt, jemand hat ein „Problem“, mit dem er selber nicht fertig wird oder macht immer wieder aus unerfindlichen Gründen die gleichen Fehler.

Diese Person sucht sich Vertreter für die Personen aus, mit denen sie das Problem hat und stellt diese im Raum so auf, wie sie meint, dass sie im richtigen Leben zueinander stehen.

Von dem Problem weiß nur die „Leiterin“. In dem Fall Regina. Alle anderen kennen sich nicht, wissen nichts über das Problem. Regina fragt dann die einzelnen Personen wie und was sie fühlen, denken etc.

Klingt wie ein Rollenspiel, dachte ich auch gestern Abend zu hause noch.

Je tiefer das Problem angegangen wird, umso heftiger sind die Gefühlsausbrüche der Stellvertreter. Das geht von Weinen bis zu Schreikrämpfen. Unvorstellbar!!! Unwirklich ...

Da ich ja nur zusehen wollte, bekam ich dann doch eine kleine Stellvertreterrolle. Einmal war ich der evtl. neue Arbeitgeber und einmal die Standfestigkeit. Gut, habe mitgemacht. Fiel mir leicht! Wer mich näher kennt, weiß was das für mich bedeutet.

So wurden 3 Probleme „besprochen“. Ob gelöst, kann nur der Betroffene für sich selber entscheiden.

Regina meinte auch noch, dass man als Stellvertreter „etwas“ mit nach Hause nimmt.

Bin dann mit diesen für mich vollkommen neuen Eindrücken heimgefahren. Peter konnte ich gar nicht viel davon erzählen. Eigentlich nur, dass es für mich wie eine Art Rollenspiel war. Man kann dran glauben oder nicht. Wie mit vielen anderen Dingen halt auch. Muss aber auch sagen, dass ich noch nie an so einem Punkt war. Dass ich selber nicht mehr weiterkonnte und Hilfe brauchte. Und absolut bodenständig bin.

Bin dann auch mit diesem Gefühl ins Bett und:

habe die ganze Nacht geträumt. Mindestens 6 Träume, an die ich mich noch erinnern kann.

Ich war in allen Träumen „Opfer“. Entweder auf der Flucht vor Unwetter oder sonst immer irgendwie „angepasst“. Bis auf den letzten Traum.

Wurde auch hier ständig gegängelt, unterdrückt. Und habe zum Schluss Küchenstühle zerschlagen! Das komische dran war, dass die Leute, die mich so unterdrückt haben, zugesehen und mich nicht davon abgehalten haben, die Küchenstühle an die Wand zu schlagen




Hi Gabi,
ich kenne die "Sache" aus Berichten meiner Tochter und finde sie sehr interessant. Auch, weil sich dein bericht in weiten teilen mit dern Schilderungen meiner Tochter deckt.
Wenn ich je Gelegenheit dazu bekommen sollte, würde ich sowas ganz gerne mal selber erleben...nicht als Jemand, der ein Problem hat (hab ich nicht, zum Glück ! Jedenfalls bisher!), sondern als "Stellvertreter".
Ist sicher eine spannende Erfahrung!

liebe Grüße, angi
  • Melden
ALso grundsätzlich gilt natürlich: jedem das Seine. Auch ich habe schon von Familienaufstellung gehört, hab mich aber jetzt mal ein bisschen durchs Internet gelesen. Neben dem Eintrag bei Wikipedia gibt es auch viele kritische Meinungen zu dem Thema. Vor allem zu einem gewissen Herrn Hellinger. Der soll beispielsweise behaupten, dass sich Vergewaltigungsopfer bei ihren Vergewaltigern zu entschuldigen hätten. Wie krank ist das denn?
Für mich heißt das: dreimal hingucken und sechsmal hellhörig sein.
:nixweiss:
  • Melden
Foto
wollpoldi
24.11.2009 - 13:11
Na endlich :trippel:

Ich warte doch schon seit Tagen auf eine Reaktion Eurerseits.

Da ich niemanden neutralen habe, mit dem ich mich austauschen kann, lese ich mit größtem Interesse Eure Meinungen.

Interessant wäre, wenn ein Aufsteller in verschiedenen Gruppen aufstellen würde, ob die gleichen Reaktionen unter den Stellvertretern auftreten würden.

Ich kann das Erlebte nicht einfach so annehmen. Momentan war ich fasziniert von den Reaktionen der Stellvertreter. Jetzt, ein paar Tage danach, tun sich doch einige Fragen auf.

Es war auf jeden Fall ein interessantes Erlebnis. Ob ich für mich allerdings diese Art der Problemlösung in Anspruch nehmen würde? Ich glaube eher nicht.
  • Melden
8) Hoi :wink2:
Dieses Familienstellen bei dem Du warst, war nicht nach Hellinger.
Hellinger hat diese Art der "Therapie" auch nicht erfunden, keine Ahnung, warum beim Wort "Fam.stellen" immer sofort Hellinger auftaucht.... vielleicht macht er am lautesten Werbung? :smile:

Es gibt massenhaft Menschen auf der Welt, alle unterschiedlich, und was dem Einen hilft, bewirkt beim Anderen vielleicht gar nichts.... ganz normal.
Es kann nur jeder für sich selbst herausfinden, was ihm gut tut.... oder eben nicht.
Und deshalb finde ichs auch so toll, Gabi, daß Du dorthin gegangen bist. Woher sollst Du sonst wissen, ob es was für Dich ist?
Jedenfalls war diese Art meilenweit von Hellinger entfernt und konnte auch keinesfalls Schaden anrichten.
Natürlich ist es wichtig, hinzuschauen und hinzuhören: wer macht dieses Fam.stellen? wie macht derjenige es?
und auf den eigenen Bauch, das eigene Gefühl hören.

Manche Dinge wirst Du mit dem Verstand niemals erklären können, weil der Kerl einfach nicht alle Fakten für alles hat :D
dann stellt sich nur noch die Frage: laß ich mich drauf ein? einfach so, ohne alles haarklein auseinanderzunehmen?.......

:kiss: Dagmar
  • Melden
also für mich wäre das schlicht Befriedigung meiner Neugier....

meine Probleme konnte ich bisher immer selbst, bzw. mit Hilfe meiner Nächsten lösen (und ich hoffe, es bleibt auch so!) dennoch würde es mich reizen, an sowas teilzunehmen, einfach um zu erleben, was da dran ist!

Und ganz sicher ist die Person, die es durchführt ganz wichtig. Womit ich sagen möchte, wenn ich den/die nicht sympathisch, oder kompetent empfinde, dann lasse ich mich natürlich nicht drauf ein.

Wie siehst du das Erlebnis denn mit zeitlichem Abstand, Gabi??

neugiergrüße von angi
  • Melden
Hallöle,

mir klingt das so, als hättest Du bei etwas mitgemacht, was Du nicht wirklich wolltest und Du musstest bzw. hast Dich dann am Ende auch energisch aus Deiner Dir zugewiesenen Rolle herausgewunden.
Das es gut und ausschlussreich sein kann einmal meine Familie im Raum auszustelleun und mirklar zu machen, wie ich zu den einzelen stehe (ist unser Sprache nicht super - da ist es doch schon), aber dafür Fremde zu nehemn und denen die Rolle auszuoktroieren finde ich mehr als zweifelhaft! Nur meine zwei cent!
GRuss aponette
  • Melden

Neueste Einträge

Neueste Kommentare

Impressum  |  Datenschutzerklärung