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Ich melde mich zurück,

Geschrieben von wollpoldi , 06 Januar 2008 · 112 Aufrufe

irgendwie muss ich wieder zur Normalität finden. Morgen gehe ich auch wieder arbeiten.

Mit dem Tod meiner Mutter habe ich mich schweren Herzens abgefunden; wenn ich ihn auch noch nicht wirklich begreife. Für mich ist meine Mutter im Moment nicht da ...
Je mehr ich drüber nachdenke, fing ihre Wesenveränderung schon während der Reha an. Hat das Interesse größtenteils an Dingen, die ihr vorher wichtig waren, schon in dieser Zeit verloren.

Da ich in den letzten zwei Wochen zwangsläufig mit vielen Menschen in Kontakt gekommen bin, hat sich in einigen Gesprächen immer wieder herauskristallisiert, dass dieser Interessenverlust auf die Vollnarkose während der OP zurückzuführen sein kann. Das muss gerade bei alten Menschen ein ganz großes Problem sein.

Auch noch erwähnen möchte ich, dass ich die größte Angst vor der Begegnung mit dem Pfarrer für die Trauerpredigt hatte. Diese Begegnung mit dem Kaplan war die angenehmste von allen.

Überwältigt war ich von der Anteilnahme mir z.T. vollkommen fremder Menschen via Email. Vielen Dank. Eure Worte waren mir Trost in einer fürchterlichen Zeit. Auch wurde mir bewußt, dass ich mit meinem Kummer nicht alleine bin. Viele von Euch haben ähnliches und weitaus schlimmeres erfahren.

Ganz lieben Dank auch an Margrit, sie hat mir den Sonne zurückgeschickt :kiss:

Ich werde bei Gelegenheit jede Mail ausführlich beantworten. Im Moment fehlt mir dazu einfach die Zeit, die ich mir dafür nehmen möchte.




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Margrit S.
06.01.2008 - 21:52
:kiss:
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Wassilissa
07.01.2008 - 10:12
Es ist sicher kein Trost für dich, aber was du schreibst über Wesensveränderung nach Vollnarkose kann ich bestätigen. Mein lieber Schwiegervater hatte vor acht Jahren eine Herz-OP und hat sich nachher nie wieder erholt. Er wurde daraufhin in rasantem Tempo dement und selbst die ambulante Reha für postoperative "Schäden?" im Bezirkskrankenhaus hat diesen Prozess nur langsam aufgehalten. Für uns begann dann ein langer Weg mit (wie bei Dir) Versuchen, eine Pflegestufe zu erhalten (was lange nicht klappte, erst zwei Monate vor seinem Tod erhielten wir Pflegestufe 2) und Versuchen, das Ganze mit Pflegediensten und Tagespflege im Altenheim zu lösen. Es war oft wahnsinnig schwer und wurde v.a. im letzten Jahr immer schwieriger. Unser Familienleben war immer mit der Pflege meines Schwiegervaters gekoppelt - Wegfahren übers Wochenende oder auch nur für einen ganzen Sonntag, Urlaub, alles sehr sehr schwer bis unmöglich.
Und immer die Überlegung- wie lange schaffen wir das, was ist das Beste für ihn.
Nun ist er verstorben, und unser Lohn ist sicher, dass er bis zum Ende glücklich in der Familie lebte.
Er ist (im Krankenhaus) friedlich eingeschlafen und hatte letztendlich ein langes Leben (die letzten acht Jahre dank der Pflege meines Mannes).
Vielleicht können solche Gedanken auch für dich tröstlich sein, dass deine Mutter durch dich viel Liebe erfahren hat.
Wirklich weg ist mein Schwiegervater nie. Ich erwarte ihn ganz oft oder denke an ihn.
Für dich ein gutes neues Jahr!
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