Sicher bin ich bei vielen Dingen schneller, wenn ich es mit der Strickmaschine mache, aber trotzdem arbeite ich, bis auf wenige Ausnahmen, mit der Hand.
Es werden auch nicht weniger Maschen, die gestrickt werden müssen, nur weil ich andere Bewegungen mache.
Ich stelle auch nicht eine Kone mit Wolle auf den Tisch und unten kommt der Pulli raus
Es ist ein anderes Stricken, denn meine Planung muß fertig sein, bevor ich mit dem Pulli oder der Jacke oder was auch immer beginne und zwar komplett. So eben mal ändern geht nicht so einfach wie beim reinen Handstricken. Fange ich an Entwürfe umzuwerfen ist es nicht selten, dass ich ein oder mehrere Teile eben zweimal stricke
Welcher Arbeitsaufwand dahinter steckt kann nur jemand ermessen, der sich die Sache wirklich einmal angesehen hat. Da musste ich mir doch u. A. auch schon anhören, dass Lochmuster stricken mit der Maschine doch ein Klacks seien. Also ich merke abends genau wenn ich mal wieder einen gemacht habe, denn es ist nicht wie beim Handstricken, dass ich hier den Umschlag für das Loch mache und dort die dazugehörende Abnahme. Beim Maschinestricken heißt das ich muß die neben dem Loch liegende Masche erst mal von Nadel zu Nadel zu Nadel.... weitertransportieren. Und jedes Umhängen ist eine Reihe mit dem Umhängeschlitten geschoben. Wohlgemerkt Umhängeschlitten, da ist noch keine einzige Reihe gestrickt. Bei der Geranie z. B. sind zwischen den Strickreihen 8 Reihen mit dem Umhängeschlitten zu machen. Das macht der Lochmusterschlitten nicht von alleine.
Ich für mich lege mittlerweile sehr viel Wert auf die Ausarbeitung der Strickstücke. Sprich was ich mir an Strickzeit spare stecke ich in Blenden oder pfiffige Details siehe den Wakame.
Davon, dass es Jahre braucht, bis man diese Dinger einigermaßen beherrscht will ich nun mal gar nicht anfangen
Bevor ihr also darüber urteilt lade ich euch herzlich ein mal einen Nachmittag an der Strickmaschine zu verbringen, dann bin ich gerne bereit eine weitere Unterhaltung zu führen...





















Ich habe neulich eine prima Antwort auf eine Bemerkung von Nicht-Maschinenstrickern gelesen - weiß nur nicht mehr, wo das war... Eine Erklärung, wie man mit einer Bohrmaschine einen Dübel in die Wand bekommt. Das macht die BohrMASCHINE schließlich auch nicht alleine. Ist schließlich nur ein Hilfsmittel für jemanden, der damit umgehen kann.
Meine Antwort auf Dummschwätzerei auf diesem Gebiet ist inzwischen immer erst mal die Frage, ob der Dummschwätzer selbst Maschine stricken kann? Ich kann jedenfalls Hand- UND Maschinestricken. Und dann die Frage, ob jemand etwas mit einer Nähmaschine genähtes etwa NICHT als Handarbeit ansehen würde... Auf die Idee, zu verlangen, ein genähtes Teil müsse von Hand genäht werden, damit es Handarbeit ist, kommt komischerweise keiner. Und die Strickmaschine nimmt uns ja schließlich nur die zeitaufwändige Arbeit des Masche für Masche Strickens ab. Dass ich rechte Maschen stricken kann, muss ich niemandem beweisen. Die Kunst ist es, ein Kleidungsstück in Form und Ausarbeitung perfekt hinzubekommen - nicht das Masche für Masche stricken.
Liebe Grüße
Sanne