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Nach langer Abstinenz mal wieder

Posted by Miss Ellie , 30 November 2011 · 218 Aufrufe

... eine Wollschaffrage beantwortet/ bzw zu einem Wollschaf-Essay Stellung genommen:
Ich stricke gerne und viel, seit etwa 30 Jahren und muss immer wieder feststellen das auch die Zeit bei dem Strickzubehör nicht stehen bleibt.
Bei mir sind mittlerweile auch die Knit-Pro Nadeln eingezogen und erleichtern mir das Stricken.
Die Wollauswahl hat ständig neue Sorten, wie es auch im Supermarkt immer neue Produkte gibt.
Was mich aber tatsächlich interessiert, wer ist dafür verantwortlich, das die Nadeln leicht und geschmeidig in den Händen von uns Frauen liegen oder das Garn nicht nur wunderschöne Farben hat, sondern auch weich und angenehm auf der Haut sich anfühlt.
Sind es vielleicht Männer dies sich heimlich hier einbringen und in dem Fortschritt mit mischen.
In Foren wird immer wieder beschrieben das keine Frau ganz ohne Wolle oder neue Nadel einen Wollladen verlassen kann.
Wer verführt uns eigentlich zu dieser Kaufsucht?
Sind es Frauen oder Männer die dieses Werk vollbringen?
Was glaubt Ihr liebe Strickerinnen und Stricker????

Vielen Dank an Sylvia für die heutige Frage!
http://daswollschaf....82011/#comments

Die Frage, wer dafür verantwortlich ist, dass neue Stricknadeln und neue Garnsorten entwickelt werden, könnte ich vielleicht beantworten, wenn ich genaue Einblicke in die internen Planungen der entsprechenden Firmen hätte. Hm. Lass sehen, ich kenne zwei Wollspinnereien, deren Verkaufsstellen ich regelmäßig aufsuche. Beide werden von Männern geleitet. Für eine empirisch gültige Aussage ist diese Basis allerdings etwas dünn. Und wer entwickelt bei A*** und I*** und K****** undsoweiter die Nadeln? Und sorgt dafür, dass diese in den Verkauf kommen?

Meine Theorie ist: Metallnadeln sind ganz, ganz schlecht für die Verkaufszahlen, an ihnen ist nämlich fast kein Vergang. Selbst wenn StrickerInnen damit nur so um sich werfen, sprich: in allen Schränken UFOs und Strickproben mit Nadeln drinnen liegen haben, von jeder Stärke Nadeln in drei Längen kaufen und dann noch eine in Überlänge obendrein, weils ja sein könnte, dass man eine Bettüberdecke strickt und darum eine 150cm lange Nadel in Stärke sieben braucht, ja, selbst dann ist der Markt irgendwann gesättigt und die Verkaufszahlen stagnieren. Und an dem Punkt kommt die Mode ins Spiel. Wenn ein Artikel sich nicht verbraucht, muss dafür gesorgt werden, dass er auf andere Weise unbrauchbar wird oder ersetzt werden muss. Motto: wenn die Leute neue Metallnadeln kaufen sollen, bringt man eben solche in anderen Farben raus, man diversifiziert das Angebot in den hochpreisigen und den niedrigpreisigen Sektor, man experimentiert mit neuen Materialien. Die Idee mit den Holznadeln war so gesehen einfach genial, weil sie im Gegensatz zu Metallnadeln brechen, also sich verbrauchen.
Bei einer Stricknadel gibt es ja diverse Parameter, die verändert werden können: das Material der Nadel, die Farbe der Nadel, die From, die Nadelspitze, die Nadellänge, die Oberfläche, bei Rundstricknadeln: die Länge des Seils, das Material des Seils, der Übergang von Seil zu Nadelspitze .... wenn ich Produktentwickler wäre, würde ich getreulich die Matrix der möglichen Kombinationen durchgehen und dann recherchieren, für welche neuen Kombis es einen Markt geben könnte. Ich kennte die gängige LIteratur (etwa die Geschichte, wie Stephanie P-MP auf der Suche nach ihrer Lieblingsstrumpfnadel einen Leihwagen halb zerlegt) und ich säße in mindestens einer Strickgruppe und würde mir die Reaktionen auf meine neue Rundnadel mit der rosa leuchtenden dreieckigen Spitze notieren. Selbstredend hätte ich meine Argumente, samt und sonders von reinster Vernunftbezogenheit, parat ... manche Leute sind ja dem Satz "wenns mir an einem dunklen Novemberabend zu und zu langweilig wird, kauf ich fast jeden Schmock, er muss nur neu sein" gegenüber nicht so aufgeschlossen. So funktionieren Märkte.
...tbc...




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