Zum Inhalt wechseln






Foto

Schottland die Siebte

Geschrieben von Miss Ellie , 20 September 2011 · 117 Aufrufe


22.8.2011
Ich hatte nicht gut geschlafen wegen des gewöhnungsbedürftigen Doppelbettes – schmal und außen leicht abschüssig. Zum Frühstück gab’s Black Pudding und Ei und Speck und Toast, die ganze Palette. Wir fuhren einmal um die Insel, erst wieder nach Broadford, dann weiter nach Norden, nach Trotternish, Richtung Portree, ein größerer Ort mit dem entsprechenden Angebot von Tourist Info und Kilt- und Andenkenläden. Wir buchten ein Zimmer in Fort William für den nächsten Tag, kauften ein paar Postkarten und fuhren weiter, vorbei am Old Man of Storr und einem Wasserfall und einigen Aussichtspunkten. Wir hielten dort, wo es der Reiseführer empfahl und wo dementsprechend bereits Reisebusse mit Japanern etc geparkt waren. Die Aussicht war spektakulär, über die Klippen und das Meer auf die vorgelagerten Inseln und Inselchen. Jörg fotografierte, ich hielt mich in respektvoller Entfernung vom Rand der Klippen auf und betrachtete die Japaner, die waghalsig am Abgrund entlang turnten und pausenlos Fotos machten. Besonders eine Gruppe von Mädels, die sich gegenseitig und allein knipsten. Eine selbstverliebte Japanerin machte hundert Fotos von ihrem Gesicht vor den Klippen.

Es war sonnig und windig, und wo immer wir ausstiegen war’s schön, nur ein Lokal für Kaffee und Nahrhaftes war nirgends geöffnet. So fuhren wir um die ganze Nordspitze der Insel bis nach Uig, einem Hafen auf der Westseite. Da gab’s dann endlich was zu essen.

Weiter nach Dunvegan. Nichts Bemerkenswertes.

Am Ende gefiel es mir in den weniger spektakulären, eher lieblichen Landstrichen am besten. Der Landstrich heißt Sleat.

Abendessen im selben Hotel wie tags zuvor. Wieder reger Betrieb, es dauerte recht lange, wir waren erst gegen zehn wieder in unserem B&B.



23.8.2011
Über die Halbinsel Sleat nach Armadale und von dort mit der Fähre nach Mallaig auf dem Festland. Beim Verlassen sah die Insel wesentlich schöner aus als auf dem Hinweg. So eine Fahrt mit dem Schiff gibt einem viel mehr Zeit zum Gucken. Wir saßen an deck, zusammen mit vielen anderen. Unten standen die Autos, mindestens eine Alarmanlage piepte immer. Bei jeder Welle pfiffen, tuteten, heulten dann noch ein paar andere mehr. Wir fanden das lustig und lachten jedes Mal los, Vor uns saß eine langhaarige Blondine, die nicht eine Miene verzog und auch nicht auf die Bemerkungen ihres Partners reagierte. Der arme Mann mit einer taubstummen Frau. Aber schöne Locken hatte sie.

Das Zwischenziel war Glenfinnan. Dort befindet sich ein Denkmal, weil dort im Jahr 1745 Bonnie Prince Charlie seinen Feldzug begann, um das Haus Stuart wieder auf den Thron zu bringen. Man kann auf das Denkmal hinaufsteigen und etliche Memorabilia des allseits hochverehrten Prinzen besichtigen. Das interessierte uns aber alles nicht. Vielmehr wollten wir die berühmte Eisenbahn­brücke sehen, die aus dem Harry-Potter-Film bekannt geworden ist – Ron und Harry fliegen in einem alten Ford über den Hogwarts Express, der gerade über diese Brücke fährt. Eine wunderbare Brücke und ein wunderbarer Blick über das grüne Tal.

Vom Parkplatz aus war ein Pfad ausgeschildert, über den man zum Aussichtspunkt kam. Ziemlich holpriger, schlammiger Weg. Leider auch kein besonders gutes Wetter. Aber man sah die Brücke.

Beim Tanken wurde leider ohne ein weiteres Wort des Trostes Jörgs Tankkarte eingezogen. Anrufe bei der Leasinggesellschaft ergaben, dass wegen des Kennzeichenwechsels eine neue Karte angefertigt und an Jörgs Adresse geschickt worden war. Und die alte Karte dadurch ungültig wurde. Blödes Pech! Ab sofort Sprit bezahlen. Wie gut, dass es nicht vorher passierte.

Wir fuhren nach Fort William, checkten beim B&B ein – zentrale Lage, die Hauptstraße fußläufig erreichbar. Gingen die Hauptstraße auf und ab und suchten erstmal ein Cafe und dann ein Lokal fürs Abendessen. Auf dem Parkplatz spielte eine Gruppe Dudelsack, hauptsächlich Jugendliche, Leute hörten zu und klatschten Beifall. Hier wie überall waren Männer in Kilts nichts Ungewöhnliches. Ältere Männer in formellem Jacket, Hemd und Krawatte, alles passend zum Tartan. Oder junge Männer in wilden Kombinationen aus gelben Sneakers, rotgrünkariertem Kilt und türkisem T-Shirt mit Nessieprint vorne drauf. – Mir war kalt. Ich zog den wärmsten Pullover an, den ich dabei hatte, aus Wolle mit vielen Zopfmustern, und behielt ihn auch im Lokal an.







Meinen Blog durchsuchen

Neueste Kommentare

Strickwerke 2020

  • Januar : Nicht viel geschafft
  • Februar: in Arbeit ist das Kinderkleid Größe 104 und ein Schal aus Ponderosa mit Pascuali Alpaka Lace, außerdem Socken 
  • März 2020: Pullover "No Respite" endlich fertig und gewaschen
  • April 2020: Neuen Pullover "Paulette Winter" begonnen aus Dromedary von Juniper Moon Farm. Pullover in modularer Strickweise, beginnt mit den Schulterstücken.
Impressum  |  Datenschutzerklärung