Anzahl Angefangener/ ORDNUNG im Leben
Posted by
Miss Ellie
,
18 August 2009
·
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Welche maximale Zahl an angefangenen Projekten hattet Ihr je oder habt Ihr derzeit in Arbeit? Ab welcher Anzahl Projekte fühlt Ihr Euch dabei unbehaglich?
Herzlichen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
Ich denke darüber nach, wann die Einsicht, dass Angesammeltes aufgeräumt werden muss, zuerst in mein Leben trat. Jetzt mal nicht bezüglich der Strickwerke, sondern allgemein und überhaupt. Ob ich da schon acht war oder jünger. Wahrscheinlich jünger. Puppenkleidchen in einem Korb, die sich ineinander knäuelten. Bildchen aus Wundertüten, bei denen ich nicht sicher war, ob ich sie sammeln sollte oder nicht. Ich hatte einen Schrank mit einer Kleiderstange links und Fächern rechts. Eins der Fächer hatte eine Klappe, die die schlimmste Unordnung verbarg. Eins befand sich ganz tief unten auf Bodenniveau. Dinge, über deren Status ich nicht entscheiden mochte oder konnte, stopfte ich in eines der beiden Fächer. Von dem Schrank habe ich oft geträumt. In dem unteren Fach lagen Bilder, die ich geschenkt bekommen hatte, Sammlungen von Streichholzschachteldeckeln oder Ähnlichem. Eine liebe Verwandte hatte sie mitgebracht, mit der Bemerkung " die Kinder müssen doch was sammeln". Ich konnte damit gar nichts anfangen, aber wegwerfen ging nicht wegen persönlicher Sympathie und Tante-nicht-kränken-wollen. Also fühlte ich mich schuldig, weil ich nicht das Kind war, das sie erwartet hatte.
Mittlerweile weiß ich, dass die verknäuelten Zustände Lebensphasen markieren. Dass auch die vollständige Ordnung in allen Bereichen allenfalls eine Phase ist, nämlich Aufbruch. Ich hatte früher eine Kollegin, die auf alles eine Antwort parat hatte, und egal, worüber die Rede ging, sie hatte die betreffende Frage am allerbesten gelöst. Über alles hatte sie nachgedacht und ein Konzept entworfen, geprüft und gestempelt. Bei ihr herrschte Ordnung von der totalitären Sorte. Leben wurde sequentiell abgewickelt, eins nach dem anderen. Zur Phase "Familie und Kinder" ist sie, wohl auch aus diesem Grunde, nicht gekommen.
"Erst mache ich das Angefangene fertig, bevor ich was neues beginne", das häte meine Exkollegin sicher unterschrieben. Im Prinzip ist da ja auch was dran. In der Praxis sind ungeplant hereinbrechende neue Interessen aber leben live. Immer nur Pflichten erledigen macht mürrisch und faltig. Immerhin habe ich es aber zu dem grundsatz gebracht, Maschenproben sofort fertigzustricken und abzuketten, sie nicht auf den Nadeln zu lassen.
Was ich derzeit in Arbeit habe .... ein schwarzer Herrenpullover, bei dem Fäden vernäht werden müssen. Ein weißer Rock, an den ich ein Oberteil dranstricke. Ein brauner Schal. Ein apricotfarbener Schal für unterwegs. Gar nicht mal soviel, wie? Der Rest ist Maschenprobe cum Skizze.
Herzlichen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
Ich denke darüber nach, wann die Einsicht, dass Angesammeltes aufgeräumt werden muss, zuerst in mein Leben trat. Jetzt mal nicht bezüglich der Strickwerke, sondern allgemein und überhaupt. Ob ich da schon acht war oder jünger. Wahrscheinlich jünger. Puppenkleidchen in einem Korb, die sich ineinander knäuelten. Bildchen aus Wundertüten, bei denen ich nicht sicher war, ob ich sie sammeln sollte oder nicht. Ich hatte einen Schrank mit einer Kleiderstange links und Fächern rechts. Eins der Fächer hatte eine Klappe, die die schlimmste Unordnung verbarg. Eins befand sich ganz tief unten auf Bodenniveau. Dinge, über deren Status ich nicht entscheiden mochte oder konnte, stopfte ich in eines der beiden Fächer. Von dem Schrank habe ich oft geträumt. In dem unteren Fach lagen Bilder, die ich geschenkt bekommen hatte, Sammlungen von Streichholzschachteldeckeln oder Ähnlichem. Eine liebe Verwandte hatte sie mitgebracht, mit der Bemerkung " die Kinder müssen doch was sammeln". Ich konnte damit gar nichts anfangen, aber wegwerfen ging nicht wegen persönlicher Sympathie und Tante-nicht-kränken-wollen. Also fühlte ich mich schuldig, weil ich nicht das Kind war, das sie erwartet hatte.
Mittlerweile weiß ich, dass die verknäuelten Zustände Lebensphasen markieren. Dass auch die vollständige Ordnung in allen Bereichen allenfalls eine Phase ist, nämlich Aufbruch. Ich hatte früher eine Kollegin, die auf alles eine Antwort parat hatte, und egal, worüber die Rede ging, sie hatte die betreffende Frage am allerbesten gelöst. Über alles hatte sie nachgedacht und ein Konzept entworfen, geprüft und gestempelt. Bei ihr herrschte Ordnung von der totalitären Sorte. Leben wurde sequentiell abgewickelt, eins nach dem anderen. Zur Phase "Familie und Kinder" ist sie, wohl auch aus diesem Grunde, nicht gekommen.
"Erst mache ich das Angefangene fertig, bevor ich was neues beginne", das häte meine Exkollegin sicher unterschrieben. Im Prinzip ist da ja auch was dran. In der Praxis sind ungeplant hereinbrechende neue Interessen aber leben live. Immer nur Pflichten erledigen macht mürrisch und faltig. Immerhin habe ich es aber zu dem grundsatz gebracht, Maschenproben sofort fertigzustricken und abzuketten, sie nicht auf den Nadeln zu lassen.
Was ich derzeit in Arbeit habe .... ein schwarzer Herrenpullover, bei dem Fäden vernäht werden müssen. Ein weißer Rock, an den ich ein Oberteil dranstricke. Ein brauner Schal. Ein apricotfarbener Schal für unterwegs. Gar nicht mal soviel, wie? Der Rest ist Maschenprobe cum Skizze.









Liebe Grüße
Reni