Nachschub eingetroffen
Wenn ich mal so meine vergangene Jahresstatistiken angucke, war ich früher ganz schön emsig. Momentan läuft es nicht so flott. Wegen Müdigkeit, Lustlosigkeit, zuviel anderes zu tun, Störfaktoren wie der Brotberuf, der so unanständig viel Energie frisst, und zweitens auch der Haushalt, der ebenfalls verlangt, dass ich treppauf, treppab mit Wäschekörben laufe, bis M. le Trocknaire meint, meine Wäsche zu seiner Zufriedenheit fertig behandelt zu haben.
Früher hatte ich einen Trockner. ich schaltete ihn ein, er machte brummbrumm, verbreitete Hitze, und in zwei Stunden war er fertig. Was waren das für schöne Zeiten! Er stand in der Küche, und dass ich Wäsche hin und her trug, merkte ich eigentlich gar nicht.
Nun habe ich eine andere Wohnung. Sie ist fein und vornehm. Es gibt dort eine Waschküche. Ich nehme meine Wäsche, steige zwei Stockwerke hinab, befülle Waschmaschine und Trockner und merke mir, welches Gerät wann fertig sein wird. Dann steige ich wieder hinauf.
Meinem treuen Trockner gefiel es dort nicht. Er plädierte auf Alter und Schwäche und verendete. Also kaufte ich ein neues Gerät. Nach EG-Norm Trallala Hoppsassa in Wärmepumpentechnologie speziale Energieeffizienzstufe superprimaperfetto primissimo. So die Theorie.
Die Praxis ist so: Ich schalte M. le Trocknaire ein. Er überlegt kurz und teilt mir seine erste Schätzung mit. 1 Stunde 48 Minuten. Anfangs nahm ich ihn beim Wort. Das war ein Fehler. Denn wenn ich dann heruntergestiegen kam, brummte er und zeigte mir an, dass er noch 2 Stunden 10 Minuten brauchen würde.
Also gewöhnte ich mir an, frühestens nach 3 Stunden nachzuschauen. Besser noch nach 3,5 Stunden. M. le Trocknaire meint aber, mir in jedem Fall beweisen zu müssen, dass er ausdauernder ist als meine Geduld. Seine Restlaufzeitschätzung liegt auch dann noch bei 2 Stunden 48 Minuten. Daraufhin verordnete ich ihm eine Kappungsgrenze, schaltete kurzerhand ab, riss die Wäsche heraus, und wenn sie feucht war, hängte ich sie auf die Leine.
Unser Verhältnis ist kühl bis angewidert. Ich nehme ihm übel, dass er sich nicht in die Abläufe fügt. Die Waschmaschine braucht 2 Stunden, der Trockner sollte auch nicht länger brauchen. All die Kellertraberei hängt mir meilenweit zum Hals heraus. Mit etwas krimineller Energie würde ich einen Händlerring aufziehen, der altmodische wärmepumpenlose Geräte schwarz verhökert.
Womnit eines klar ist: ich würde schon mehr stricken. ABER! WIe Bertolt Brecht sagt: die Verhältnisse, die sind nicht so.









Sehr lustig! Ich habe das gleiche Verhältnis zu meinem Trockner. Er braucht immer ewig und jedes Mal wenn ich nachschaue ist die Wäsche NICHT trocken. Früher bei dem anderen Trockner war sie immer trocken.
Liebe Grüsse und nicht verzweifeln,
Birgit